Pegida über Merkels Kandidatur: „Politischer Bankrott sämtlicher Einheitsparteien von Links bis CDU“

"Das Beste, was passieren konnte", kommentierte Lutz Bachmann gestern bei Pegida die Nachricht von Merkels erneuter Kanzlerkandidatur. Die Alternativlosigkeit der aktuellen Politik sei offengelegt, so der Gründer der umstrittenen Dresdener Bürgerbewegung. Er vertraue auf Merkels Niederlage und kündigte Widerstand "gegen die totale Merkelisierung" an.

Merkels Wiederkandidatur würde „die Alternativlosigkeit der aktuellen Politik“ offen legen und gestehe „den politischen Bankrott sämtlicher Einheitsparteien von Links bis CDU“ ein: So kommentierte Lutz Bachmann gestern bei der Pegida-Demo in Dresden die Nachricht von Merkels erneutem Antritt als Kanzlerkandidatin. Er prophezeite ihr eine Niederlage.

Bevor Bachmann sprach, eröffnete eine Dresdener Sprecherin die Demonstration der umstrittenen Bürgerbewegung auf dem Schlossplatz, zu der sich ausschließlich Merkel-Gegner versammelt hatten. Hier ihre Rede:

„Unsere verehrte Kanzlerin sagte das, was viele befürchtet haben …“

„Unsere verehrte Kanzlerin sagte das, was viele von euch, von uns, befürchtet haben: Ich werde wieder kandidieren. Wie auf einen Paukenschlag formierte sich der mediale Verdummungsapparat und begann zur Höchstform aufzulaufen. Es wurde auf allen Kanälen gejubelt und gelobpreist.“

„Abends dann die PK: In meinen Augen und im meinem Geiste fühlte ich mich schon im September 2017. Hielt sie da ihre Antrittsrede gestern? Ich will geben, Ich will dienen. Ich will schaffen …“

„Was wollen Sie schaffen und geben, Frau Merkel? Noch mehr Bereicherer in unser Land? Noch mehr Abzüge und Steuern für das deutsche Volk? Noch mehr Einschränkung der Meinungsfreiheit? Noch mehr Rentner und Kinder in Armut? Noch mehr Arbeitsplätze abbauen (…)? Noch weniger innere Sicherheit (…)? Noch mehr Wertvernichtung? Noch mehr Brutalität auf unseren Straßen, durch Hass zwischen Familienclans, deren Ursprünge meist nicht in unserem Land liegen?“

Die Rednerin verwies auf das Drama um eine junge Frau, die an ein Auto gebunden durch Hameln geschleift wurde und seitdem lebensgefährlich verletzt im Koma liegt.

„Diese Frau Merkel hat Deutschland und Europa ins Unglück gestürzt und sie bittet um weitere vier Jahre“, so die Pegida-Sprecherin weiter. „Um was zu erreichen? Probleme zu lösen, die Deutschland ohne diese Frau nie gehabt hätte … wir alle, werden keine weitere Diktatur Merkels mehr dulden.“

„Die Parteienlandschaft muss und wird sich neu erfinden müssen. Deutschland und Europa – ein explosiver Kontinent am Scheideweg des Seins oder durch ein einzigen Funken zur Explosion gebracht. Verhindern wir Merkel, wird es sicher nicht sofort besser werden, aber es lohnt sich einen Kampf zu führen, um Schlimmeres zu verhindern“, schloss die Rednerin. „Wir schaffen das!“

Bachmanns Rede

Lutz Bachmann hielt eine Rede, in der er Merkel erneute Kandidatur als „das Beste, was passieren konnte“ bezeichnete. Mangels vernünftiger Alternativen kandidiere Merkel noch einmal und wolle „weitere vier Jahre die bestehenden Gesetze der Bundesrepublik Deutschland mit Füßen treten und ihren offensichtlichen Auftrag – die Zerstörung unseres Landes – zu Ende führen“, so der Pegida-Gründer. Er erwähnte, dass sich laut Medienberichten „angeblich die Mehrheit der Deutschen eine weitere Kanzlerschaft Merkels wünscht“.

Bachmann zitierte den künftigen US-Präsidenten Donald Trump: „Ich dachte, Merkel wäre eine großartige Regierungschefin, aber was sie in Deutschland getan hat, ist geisteskrank.“ Mit dieser Meinung stehe Trump nicht alleine da.

Bachmann erläuterte nun, warum die CDU seiner Ansicht nach politisch am Ende sei: Merkel habe es in den letzten 12 Jahren geschafft, die CDU/CSU zu verstümmeln, und wirkliche Reformer und Politiker, die etwas für Deutschland verändern wollten, „wegzubeißen, rauszuschmeißen, zu verunglimpfen oder in der Bedeutungslosigkeit versinken zu lassen, damit sie als Alleinherrscherin dastehen konnte“. Merkel habe die einstige konservative Partei zu einer „Ja-Sager-Truppe ohne jegliches Rückgrat verkommen lassen“.

Umfrage-Experten „lagen ja schon in Österreich und USA voll daneben“

Die Medien und Umfrage-Experten, „die ja schon in Österreich und den USA voll daneben lagen, überschätzen Merkel ganz gewaltig“, so Bachmann.

Die „Eliten der Einheitsparteien“ hätten alle das gleiche Problem: Alternativlosigkeit, Ignoranz, grenzenlose Selbstüberschätzung und eine Realitätsfremdheit, die blind auf Umfragewerte vertraue. Merkels Wiederkandidatur würde „die Alternativlosigkeit der aktuellen Politik“ offen legen und „den politischen Bankrott sämtlicher Einheitsparteien von Links bis CDU“ eingestehen. „Eine bessere Wahlwerbung für die momentan einzige Alternative in unserem Land kann es nicht geben“, sagte Bachmann in Richtung AfD, mit der er sich offen solidarisiert, obwohl die AfD-Spitze bis heute zu ihm und den Dresdener Demonstranten auf Distanz geht.

Weiter sagte der Pegida-Gründer, er vertraue nun auf die 50 Prozent Nichtwähler, die man wieder in den demokratischen Prozess einbinden müsse. Deren Politikverdrossenheit sei das Verdienst von Merkel und ihren Kollegen.

Kampf gegen „die totale Merkelisierung“

„Es wird die letzte Chance sein, das Ruder herumzureißen und nicht in einer totalen Merkel-Diktatur zu verschwinden“, die in Bürgerkrieg, „Umvolkung“ und vielleicht sogar in den dritten Weltkrieg führen würde, so Bachmann über die Bundestagswahl 2017. „Es ist an der Zeit gemeinsam und Seite an Seite und mit allen zur Verfügung stehenden legalen Mitteln den Kampf gegen die totale Merkelisierung, gegen bestehende Seilschaften und Kartelle und für ein besseres, sozialeres und gerechteres Deutschland zu beginnen.“

Er werde „mit Hilfe der unfassbar fleißigen, treuen und herzlichen Menschen im Team von Pegida“ weitermachen, so Bachmann. Gemeinsam „mit der AfD, unserem natürlichen Partner und Arm in den Parlamenten“. Es sei wichtig, alle patriotischen Kräfte zu vereinen, um einen „Neuanfang für unser Land“ zu schaffen.

Entgegen Gerüchten habe er „keinerlei Ambitionen 2017 für irgendetwas zu kandieren“, so Bachmann. Er sehe sich weiter auf der Straße, „mit euch hier und überall, wo es notwendig ist“.

Das Youtube-Video der gestrigen Dresdener Demonstration wurde bereits 13.000 mal geklickt.

(rf)