Petry: Merkels Schwenk zur „Ehe für alle“ macht konservative CDU-Wähler heimatlos

Merkels Wandel beim Thema „Ehe für alle“ wurde von Frauke Petry kommentiert. Die AfD-Chefin rechnet damit, dass nun noch mehr CDU-Wähler „heimatlos“ werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vom klaren Nein der CDU zur „Ehe für alle“ verabschiedet: Die völlige Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der traditionellen Ehe wurde von Grünen, FDP und zuletzt auch von der SPD zur Bedingung künftiger Koalitionen erhoben.

AfD-Chefin Frauke Petry schrieb dazu in einer Pressemitteilung:

„Praktisch im Handstreich hat die Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende der CDU damit eine der letzten verbliebenen konservativen Bastionen der Union geschliffen. Dass ihr dabei die Meinung der Mitglieder ihrer Partei völlig gleichgültig ist, hatte sie ja schon beim Thema der doppelten Staatsbürgerschaft bewiesen. Wenn die Kanzlerin am Rande einer Veranstaltung betont, ’sie habe natürlich zur Kenntnis genommen, wie jetzt alle Parteien außer der Union zu dem Thema stünden‘, dann unterliegt sie offenkundig einer Wahrnehmungsstörung“, so Petry.

AfD hält Ehe und Familie hoch

Mit der AfD gebe es sehr wohl noch eine Partei, die die Werte traditioneller Familien und damit der Ehe hochhält. „Wir halten es mit dem Alten Fritz: ‚Jeder soll nach seiner Façon selig werden‘ – das unter anderem macht das Wesen einer freien Gesellschaft aus. Aber die Ehe ist eine grundgesetzlich geschützte Institution, an der wir aus sehr guten Gründen nicht rütteln wollen und werden“, schreibt Petry.

Merkel überlässt AfD ein Alleinstellungsmerkmal

Angela Merkel überlasse „aus rein machttaktischen Erwägungen der AfD ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Parteienlandschaft“. Die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende werde damit „einen weiteren Teil ihrer Wählerschaft und auch Mitglieder heimatlos machen“, so die AfD-Chefin. „Diesen Menschen unterbreitet die AfD mit ihrem klaren Familienbild im Bundestagswahlprogramm ein Angebot. Wir sind nicht offen für die ‚Ehe für alle‘ aber offen für alle konservativ-bürgerlichen Wähler“, so Petry. (rf)

Siehe auch:

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