Polizist frustriert über Asylkrise: Normale Bürger werden als „Störfaktor“ wahrgenommen

Die Polizei verstehe nicht, dass die Politiker trotz der angespannten Lage noch mehr Flüchtlinge ins Land holen, sagt ein deutscher Polizist im Interview mit der "Jungen Freiheit". Die Beamten würden sich von der Politik und der Justiz komplett im Stich gelassen fühlen. In der Asylkrise werde "beschönigt" und "ohne Ende vertuscht".

An vorderster Front bekommen Polizeibeamte die Asylkrise in aller Härte zu spüren: Es meldeten sich bereits zahlreiche Beamte die über die misslichen Zustände während der aktuellen Flüchtlingskrise in Deutschland berichteten. Tania Kambouri ist wohl die bekannteste deutsche Polizistin, die sich kritisch über die Asylkrise äußerte. Sie veröffentlichte das Buch "Deutschland im Blaulicht – Notruf einer Polizistin".

Jetzt brach ein weiterer Beamter das Schweigen. Der langjährige Streifenpolizist Christoph Kluse redetet sich, im Interview mit der Wochenzeitung Junge Freiheit, seinen Frust von der Seele. Die JF-Redaktion änderte den Namen des Polizisten der in Hessen auf Streife geht. 

"Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt"

Nach den Vorfällen in Köln habe sich die Stimmung innerhalb der Polizei weiter verschlechtert. Seit Beginn des Asylansturms im vergangenen Spätsommer würde sich die Lage immer weiter zuspitzen. "Meiner Meinung nach waren am Anfang 50 Prozent der Kollegen positiv eingestellt und 50 Prozent eher skeptisch, was da auf uns zukommt. Bei den meisten Kollegen ist die Stimmung mittlerweile auf dem Tiefpunkt. Man schwankt zwischen ‚Was kommt noch?‘ und Resignation", so der Beamte.

Die Situation während der Asylkrise werde "beschönigt" und es werde "ohne Ende vertuscht", kritisiert der Polizist.

"Die Zahlen werden zurechtgebogen. Straftaten von Asylbewerbern werden entweder gar nicht veröffentlich, oder die Herkunft der Täter wird verschwiegen. Auf manchen Dienststellen ist es sogar untersagt, den Begriff Asylant zu verwenden, da dieser als fremdenfeindlich ausgelegt werden könnte. Statt dessen soll man Schutzsuchender sagen," so der Beamte.

Dann berichtet Kluse der Zeitung über eine Auseinandersetzung in einem Flüchtlingsheim: Dabei stach ein Asylbewerber mit dem Messer in Richtung Oberkörper eines anderen Flüchtlings. Aus der Sicht des Polizisten sei das eine klare Tötungsabsicht gewesen. Das Delikt wurde aber nur als versuchte schwere Körperverletzung eingestuft. Solche Zwischenfälle gebe es täglich. Viele andere Straftaten würden heruntergespielt und nicht veröffentlicht. Dazu zählten auch gelagertes Diebesgut aus Einbrüchen oder Hinweise auf Terrorismus-Sympathisanten. 

Normaler Bürger als "Störfaktor" wahrgenommen

Die Polizei wäre mir der Asylkrise so überfordert, dass sie keine Zeit mehr habe sich um andere Dinge zu kümmern. "Wir fahren weniger Streife, und die Präventionsarbeit findet kaum noch statt", so Kluse zur "JF". 

Das Schlimmste wäre aber, dass "wir den normalen Bürger als ‚Störfaktor‘ wahrnehmen. Das klingt hart, aber es ist so, und das belastet uns, denn dieser kommt ja zur Polizei, um Hilfe zu bekommen."

"Die Bevölkerung ist verunsichert", so der Beamte. Viele Menschen würden ihn fragen wo das noch alles hinführe, aber dies wisse er selbst auch nicht.

Den Asylbewerbern unterlegen  

Migranten wären häufig in Diebstählen, vor allem Ladendiebstahl, Aufbrüche von PKWs und auch Erschleichen von Leistungen ("Schwarzfahren") aber auch in Gewaltdelikte verwickelt. Vor allem in Flüchtlingsunterkünften hätten es die Beamten mit Schlägereien und sogar Messerstechereien zu tun. 

Die Einsätze in den Asylunterkünften würde sich für die Streifenpolizisten als extrem schwierig gestalten. "Wir sind dafür nicht ausgestattet und nur schlecht trainiert. Es fehlt vor allem an der richtigen Schutzausrüstung. Während die Bereitschaftspolizei neben ihrem Helm sogenannte MK Tec hat – einen schlagfesten Körperschutz (Brust, Bauch, Rücken, Schulter, Arme und Beine) – haben wir nur einen Helm und Schienbeinschützer, damit wurden zumindest bei uns alle Streifenwagen ausgerüstet", sagt der Polizist zu "JF".

Dies würde den Beamten aber wenig nutzen, da sie in den Flüchtlingsheimen oft mit Gegenständen beworfen würden. Von diesen Attacken wären auch Rücken, Oberkörper und Arme der Polizisten betroffen. Darüber hinaus stünden fünf bis zehn Beamte oft einer aufgebrachten Menge von 30 Asylsuchenden gegenüber. Auf so eine Situation seien die Einsatzkräfte nicht vorbereitet, beklagt Kluse. 

"Ausländische Straftäter haben weniger Respekt" 

Es gebe auch das Problem, dass ausländische Tatverdächtige wenig Respekt vor der Polizei hätten. Vor allem vor den weiblichen Beamten. Die Migranten würden bei Kontrollen auch versuchen die Einsatzkräfte in die rechte Ecke zu stellen. Die Polizisten würden sie nur kontrollieren, weil sie Ausländer seien, so die Einwanderer. "Was natürlich Quatsch ist", sagt Kluse.

Mit der Flüchtlingskrise haben auch die sexuellen Übergriffe auf Frauen zugenommen. Dies würden interne Lagebilder bestätigen. Dieser Umstand habe aber nichts mit den Köln-Übergriffen zu tun. Die Sexualstraftaten wären schon vor der Silvesternacht enorm gestiegen, so der Polizist. 

"Wenn man vor zwei, drei Jahren im Dienst nachgelesen hat, was so die letzten Tage, als man frei hatte, passiert ist, waren Sexualdelikte die Ausnahme. Mittlerweile tauchen diese fast so häufig in den internen Lagebildern auf wie einfache Körperverletzungsdelikte."

Die Bevölkerung sei, so Kluse, nicht über das wahre Ausmaß an Straftaten, die von Ausländern begangen werden, informiert. Vieles werde gar nicht veröffentlicht. 

"Polizei fühlt sich im Stich gelassen"

Die Polizei fühle sich von der Politik, von der Polizeiführung und von der Justiz im Stich gelassen. Täter würden immer wieder auf freien Fuß gesetzt, obwohl sie keinen festen Wohnsitz hätten und ihre Identität unklar sei. 

Seine Kollegen und er wüssten auch nicht, warum die Politik angesichts der angespannten Situation immer neue Flüchtlinge ins Land lasse und kriminelle Asylbewerber nicht abschiebe. 

"Die Straftaten haben so gut wie keine Konsequenzen auf die Asylverfahren. Häufig werden die Ämter, die für das Asylverfahren zuständig sind, noch nicht einmal über die Straftaten eines Asylbewerbers informiert," so der Polizist.

Er verlangt, dass kriminelle Ausländer sofort abgeschoben werden. Auch diejenigen die sich nicht integrieren wollen, sollen abgeschoben werden. Kluse beklagt, dass es Menschen gebe, die seit 20 Jahren in Deutschland leben und kein Deutsch sprechen würden. Wenn diese Leute mit der Polizei zu tun hätten oder ins Krankenhaus kämen würden sie einen Übersetzer verlangen. In Amerika und Kanada wäre das ganz anders, dort müssten sich Migranten integrieren und auch die Sprache lernen. 

Mit Einwanderern aus Amerika, Asien, Skandinavien, Spanien und anderen Ländern habe die Polizei in Deutschland wenig Probleme, so Kluse. Es handle sich fast ausschließlich um Migranten aus arabischen Ländern, insbesondere Muslime, die den Beamten Probleme bereiten, sagt der Polizist. Auch diese Tatsache dürfe kein Tabuthema mehr sein. (so)