Scharia im Flüchtlingsheim: Christen fliehen, Behörden wissen von nichts

Er hat sich darauf spezialisiert, Flüchtlingen christlichen Glaubens zu helfen: Der Berliner Pfarrer Gottfried Martens berichtet, dass Christen in Asylheimen häufig von ihren muslimischen Mitbewohnern schikaniert werden. Das Verstörende daran: Die Behörden bekommen angeblich nichts mit.

Es sind keine Einzelfälle, weiß Gottfried Martens. Er ist Pfarrer der Dreieinigkeitskirche in Berlin-Steglitz und gibt Christen regelmäßig Übernachtungsmöglichkeiten, wenn sie es in ihren Unterkünften nicht mehr aushalten können. „In vielen Heimen wird nach der Regel der Scharia gelebt, und wer sich da nicht anpasst, der kriegt Probleme“, erzählt er.

Behörden wissen von nichts

Als Journalisten von Stern TV beim Träger des Henningsdorfer Flüchtlingsheims wegen solcher Vorkommnisse nachfragten, bekamen sie per Email folgende Antwort: "Nach Rücksprache mit der Heimleitung, den Sozialarbeitern und dem zuständigen Dezernat für die Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis Oberhavel liegen uns keine Erkenntnisse vor, die derartige Vorfälle in Gemeinschaftsunterkünften belegen würden."
Für Pfarrer Martens  ist die aktuelle Entwicklung überraschend gewesen: „Ich habe am Anfang dieser Flüchtlinsgwelle gedacht, viele haben unter den Ausprägungen eines radikalen Islam in ihrer Heimat gelitten, sie wissen es zu schätzen, wenn es hier anders ist.“ Dabei habe sich jedoch gezeigt, dass der Anteil der konservativen Muslime unter den Asylbewerbern sehr viel größer sei, als er geschätzt habe.

„Hier ist es wie im Iran“

Elia Ali Reza konvertierte in seiner Heimat zum Christentum, worauf er mit dem Tod bedroht wurde. Es folgt die Flucht nach Deutschland. Doch aus dem Heim in Brandenburg muss er wieder fliehen. Er hatte Angst, Angst vor seinen muslimischen Mitbewohnern. Es kam ihm vor wie zuhause im Iran. Auch hier im Heim wurden alle Nichtmuslime beschimpft, sie seien unrein, erzählt er. Er lebt seit acht Monaten in der Kirche von Pfarrer Martens. Der junge Christ erzählte, dass es für ihn besonders schlimm im Ramadan war, er konnte nachts kaum noch schlafen: "Die Tür der anderen stand immer auf und die ganze Nacht bis vier Uhr morgens gab es Koranverse durch den Lautsprecher. Und morgens rief dann der Muezzin das ganze Haus zum Morgengebet auf", berichtete Stern TV im seinem Videobericht.
Auch Joshua Paul aus Pakistan musste im Flüchtlingsheim Hennigsdorf solche Erfahrungen machen. Der Sohn eines christlichen Pastors erhielt in seiner Heimat Morddrohungen, erlebte Gewalt. Der Vater gab den Beruf auf, die Familie zog in eine andere Stadt. Doch da war es genauso. Er weiß, es gibt friedliche Muslime, „aber die, die hier sind, die sind sehr diskriminierend“, sagt er. Enttäuscht ist er von Deutschland – aber nicht wegen des Essens oder der Unterkunft: "Ich dachte, in Deutschland würde den Christen geholfen, da das ein christliches Land ist."
Bei Pfarrer Martens laufen viele Geschichten und Schicksale zusammen. Er kennt eine afghanische Familie in Brandenburg, die Christen geworden sind. Sie wohnen nicht mehr im Heim, sondern in einer Wohnung. Doch die muslimische Community aus dem Heim lässt die Familie einfach nicht in Ruhe. „Sie trauen sich kaum auf die Straße“, erzählt der Pfarrer. Vor einiger Zeit besuchte Martens einen jungen Mann im Krankenhaus, der versucht hatte, sich das Leben zu nehmen. „Er hat es einfach nicht mehr ausgehalten“, sagte Martens. „Am Tag zuvor hat er noch bei uns im Kirchenchor gesungen.“
(Quelle: Christliches Medienmagazin PRO) (sm)