Sprache bildet Bewusstsein: Sind Attentäter und Terroristen Schutzsuchende?

FAZ über die "fragwürdige Karriere eines modernen Modebegriffs": "Dass jemand, der nach Deutschland kommt, um hier seinen Hass zu entladen, Attentate zu begehen und Menschen zu töten, wohl schwerlich als 'Schutzsuchender' bezeichnet werden kann, sollte sich eigentlich von selbst verstehen."

Ein wesentlicher Bestandteil autoritärer Herrschaftstrukturen ist die Überwachung und genaue Regelung der Sprache, schreibt David Berger auf „philosophia-perennis“. Bereits Orwell habe dies treffsicher erkannt. Denn Sprache spiegele nicht nur Bewusstsein, sondern bilde dieses auch.

Als 2015 die Flüchtlingskrise begann, kamen hunderttausende in Deutschland an. Keiner verbog sich bei der Titulierung der Ankömmlinge, man sprach von „Flüchtlingen“. Dann kam es dazu, dass das Setzen des Wortes „Flüchtling“  in Anführungszeichen schon als rassistischer Akt verurteilt wurde. Keiner solle anzweifeln, dass es sich hier tatsächlich um Flüchtlinge handele.

Doch mit der Zeit schien selbst der Begriff „Flüchtling“ nicht mehr adäquat zu sein. Plötzlich sprach man von „Geflüchteten“ oder „Schutzsuchenden“.

Von solchen spreche inzwischen selbst die Deutsche Presse-Agentur in ihren Nachrichtentexten, kommentiert nun die „FAZ“. „Die damit einhergehende positive, mutmaßlich antidiskriminierend gemeinte Konnotation ist unverkennbar. Doch schließt sie die Möglichkeit aus, dass Menschen auch aus anderen Gründen einreisen, legal oder illegal“, so der Autor.

Und weiter: „Zu welcher Schieflage das führt, ist spätestens dann zu erkennen, wenn es um Straftäter oder gar Terroristen geht. So sagte nicht nur der Hamburger Innensenator Andy Grote, der Attentäter, der am vergangenen Freitag in der Hansestadt einen Mann erstach und fünf weitere Menschen zum Teil schwer verletzte, sei ‚als Schutzsuchender in unsere Stadt gekommen‘.

Auch die dpa habe über den aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammenden Täter geschrieben, er sei ‚im März 2015 nach Deutschland‘ gekommen, ‚in jenem Jahr also, in dem eine beispiellos hohe Zahl von Schutzsuchenden einreiste‘. Wenig später hieß es im Text, der Fall weise ‚einige traurige Parallelen zu den Geschehnissen des vergangenen Jahres auf. Auch die Attentäter von Würzburg, Ansbach und vom Berliner Weihnachtsmarkt kamen als Schutzsuchende nach Deutschland und entluden hier ihren Hass‘.“

Fazit des Autors: „Dass jemand, der nach Deutschland kommt, um hier seinen Hass zu entladen, Attentate zu begehen und Menschen zu töten, wohl schwerlich als ‚Schutzsuchender‘ bezeichnet werden kann, sollte sich eigentlich von selbst verstehen.“ (mcd)