Strache: „FPÖ hat Chance, Erster zu werden“ – Kommen noch vor Sommer Neuwahlen in Österreich?

Mit der Regierungsarbeit von ÖVP und SPÖ will es einfach nicht mehr vorwärts gehen. Offenbar hat man sich schon satt. "Neuwahl liegt in der Luft", heißt es aus Reihen der ÖVP. Die SPÖ macht der FPÖ bereits Mut. Und die sehen ihre "Chance Erster zu werden", so FPÖ-Chef Strache. Sein Kollege Norbert Hofer reagiert verhaltener.

Immer klarer werden die Signale in der österreichischen Regierungskoalition, dass die Zusammenarbeit zwischen ÖVP und SPÖ blockiert ist – ja sogar vor dem Ende steht. Für den Stillstand sei die ÖVP verantwortlich, meint Regierungschef Christian Kern (SPÖ). Eine vorgezogene Neuwahl „liegt ein bisschen in der Luft“, meint auch Ministerin Karmasin (ÖVP). Die „Krone-Zeitung“ berichtet.

Norbert Hofer (FPÖ) sagt: „Wenn die Regierung nicht ehebaldigst in die Gänge kommt, müssen Neuwahlen ermöglicht werden und zwar am besten noch vor der Sommerpause, damit im Herbst eine neue Bundesregierung steht, die bereit und in der Lage ist, den Stillstand in Österreich zu beenden.“

Kern: „Nur wir und die Freiheitlichen wollen Veränderungen“

Für eine mögliche Koalition in der Zukunft macht die SPÖ der FPÖ bereits Mut. Gegenüber dem privaten Fernsehsender Puls 4 sagte Kanzler Kern: „Die Freiheitlichen und wir sind die einzigen Parteien, die Veränderungen in Österreich wollen“.

Die FPÖ wittert nun ihre große Chance. Der Chef der Freiheitlichen Heinz-Christian Strache sagte gegenüber der „Krone-Zeitung“: „Ich bin sehr unzufrieden mit dem, was vorliegt. Unsere Hand ist ausgestreckt, die ÖVP muss entscheiden, ob sie das will.“ SPÖ und ÖVP würden laufend Wahlkampfprogramme und Papiere präsentieren und nicht bereit sein zu arbeiten, so Strache. Besser wäre es den Bürgern zu erklären, man könne nicht mehr miteinander reden. Die FPÖ sei „wie jede Oppositionspartei jederzeit bereit für Neuwahlen“.

Strache: „Haben Chance Erster zu werden“

Zu den Erfolgschancen der Freiheitlichen bei Neuwahlen sagt Strache, man habe eine Koalition mit den Bürgern und startet mit 20,5 Prozent, die bei den Nationalratswahlen erreicht wurden. „Erstmals haben wir dabei die Chance, Erster zu werden und eine Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition womöglich mit grüner Beteiligung zu verhindern.“

Zurückhaltender äußert sich Straches Kollege Norbert Hofer über die Chancen der FPÖ auf Platz eins zu landen. Die 35 Prozent für die Freiheitlichen aus den Umfragen hält er für zu hoch gegriffen. Platz eins müsse man sich „erst erkämpfen“, so Hofer.