Täter geständig: Afghanischer Flüchtling (58) erschlug Lehrer (55) im Streit

Der Tod eines deutsch-iranischen Lehrers einer Celler Oberschule ist aufgeklärt. Bei seiner ehrenamtlichen Arbeit in der Asylunterkunft hatte sich der Lehrer mit einem Afghanen (58) angefreundet. Als dieser ihn einmal in seinem Haus besuchte, kam es zum Streit. Der Flüchtling gestand jetzt die Tat.

Am Dienstagmorgen, den 9. Februar, erschien der Lehrer nicht in der Schule und ging auch nicht ans Telefon. Weil sich seine Kollegen Sorgen machten, fuhr ein Kollege bei dem 55-Jährigen vorbei. Mit einem Ersatzschlüssel der Nachbarn kam er ins Haus und fand den leblosen Körper des Lehrers. 

In seiner Freizeit engagierte sich der Lehrer für Chemie, Physik und Mathematik ehrenamtlich in der Flüchtlingsunterkunft des Malteser Hilfsdiensts. Dort arbeitete er vor allem als Dolmetscher. Nach Angaben der Polizei nahm er auch Flüchtlinge bei sich zu Hause auf.

Tödliches Ende eines Streites

Die Festnahme des 58-jährigen Afghanen fand bereits vergangenen Donnerstag statt. Der mutmaßliche Täter soll den Lehrer iranischer Herkunft in seinem Haus besucht haben. Dort sei es im Keller zu einem Streit gekommen, in dessen Folge der Asylsuchende auf den Lehrer mit einem Stein und einer Metallschiene eingeprügelt habe.

Über das Motiv des Mannes herrscht bisher Unklarheit. Wie ein Polizeisprecher sagte, spreche derzeit vieles dafür, "dass es sich um eine Beziehungstat" gehandelt habe, "also um einen zwischenmenschlichen Konflikt", zitiert N24 den Beamten.

Aus dem Einfamilienhaus des Lehrers wurde nichts geraubt. Der Mann wohnte allein in dem Haus, soll aber nach Angaben der Celler Polizei mit einer Lehrerin liiert gewesen sein, meldete die "Hannoversche Allgemeine".

Der afghanische Flüchtling kam im Dezember nach Deutschland und lebte zum Tatzeitpunkt nicht mehr in der Asylunterkunft. Gemeinsam mit seiner Familie hatte der 58-Jährige eine Wohnung in Celle bezogen.

Trauer um einen beliebten Lehrer

"Er war für unsere Jungs ein toller Lehrer, Freund und Gesprächspartner", schrieb eine Mutter auf Facebook. Mehrere Schüler und ehemalige Schüler trauerten um "ihren Lieblingslehrer", einen Pädagogen, "wie man ihn sich nicht anders wünschen konnte". 

Seit Anfang Februar hatte der er noch zusätzlich Sprachkurse an der Integrierten Gesamtschule in Celle übernommen.

Auch die Malteser sind fassungslos: "Wir sind bestürzt und entsetzt", so deren Sprecher Michael Lukas. Der Lehrer sei von Anfang an ehrenamtlich dabei gewesen, hauptsächlich als Dolmetscher. 

Wie die Polizei meldete, habe der Mann auch vorübergehend Flüchtlinge bei sich zu Hause aufgenommen. Zum Zeitpunkt der Tat wohnten allerdings keine bei ihm. (sm)

https://youtube.com/watch?v=Kg7Dqvl56hU

Siehe auch: 

Lehrer in Celle getötet: Motiv noch unklar