Terrorismus-Experte entsetzt

Undercover in Flüchtlingsheimen: „Unsere Politik schlägt gerade völlig fehl“

Epoch Times, Freitag, 25. März 2016 17:15
Drei Monate undercover in Flüchtlingsheimen: Terrorismus-Experte Shams Ul-Haq recherchierte an der Basis, um Politik und Gesellschaft wachzurütteln – und um zu helfen. Im Alter von 15 Jahren kam er selbst als Flüchtling nach Deutschland. Ein Exklusiv-Interview zu den brennenden Themen.
Shams Ul-Haq publiziert als Terrorismus-Experte für viele große Medien. Er lebt nahe Frankfurt am Main.
Shams Ul-Haq publiziert als Terrorismus-Experte für viele große Medien. Er lebt nahe Frankfurt am Main.
Foto: Facebook /Shams Ul-Haq

EPOCH TIMES: Was hat Sie zu Ihrer Undercover-Aktion bewegt?

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Shams Ul-Haq: Da ich selbst vor etwa 25 Jahren als Flüchtling nach Deutschland gekommen bin, empfinde ich es als meine Pflicht, Flüchtlingen zu helfen. Schon vor einem Jahr habe ich angefangen, Kontakte zu knüpfen und meine Telefon-Nummer weiterzugeben. Mit Flüchtlingen sprechen und gegenseitiges Vertrauen aufbauen ist am allerwichtigsten. Wenn so eine Millionen-Menge Menschen kommt, dann gibt es Probleme. Und diese Probleme müssen an die Menschen, Politiker, Leser und Steuerzahler gebracht werden – damit die erfahren, was wirklich in den Flüchtlingsheimen los ist.

Die Politiker und Frau Merkel haben keine Ahnung davon. Erst wenn man selbst „Flüchtling“ in so einem Lager war, kann man die Lage einschätzen. Deshalb war es für mich dieses Jahr eine Selbstverständlichkeit, mehrere Asylheime in Europa zu besuchen. Immer wieder habe ich mich eingeschleust und dann für die lokale Presse berichtet.

ET: Und das hat gewirkt?

Haq: Das lief sehr gut. Jedes Mal bedankten sich entweder Polizei, NGOs, Politiker oder auch Träger der Heime bei mir und sagten: „Wir wussten von diesen Problemen nichts, wir werden das sofort ändern.“

Wie im Gefängnis

ET: Wie viele Tage waren Sie ungefähr Undercover?

Haq: Ich war bisher in zehn Heimen in Deutschland, der Schweiz und Österreich – insgesamt circa drei Monate. Besonders lange war ich in Offenbach am Main, ganz einfach weil ich in der Nähe wohne. Dort war ich 3 bis 4 Wochen und konnte nebenbei mein Leben und meine Arbeit am laufen halten.

In Linz war ich eine Woche. Zwei Wochen in der Schweiz. Auch in Wien. In manchen Heimen muss man gar nicht übernachten – man geht tagsüber rein und abends wieder raus. Dann schlief ich manchmal im Hotel, weil die Zustände wirklich schwer waren. Aus manchen Heimen darf man gar nicht raus und ist eine Woche von der Außenwelt abgeschottet. Das ist von Heim zu Heim unterschiedlich.

ET: Das heißt, Sie waren an Orten, wo Sie tun konnten, was Sie wollten, aber auch in regelrechten Haftanstalten?

Haq: Richtig. In manchen Heimen herrscht komplettes Internet- und Handyverbot, in anderen nicht. Deshalb musste ich immer erst ein, zwei Tage lang die Regeln kennenlernen, bevor ich meinen Plan machen konnte.

ET: Das klingt wie Gefangenschaft!

Haq: Das ist es auch. Die Flüchtlinge sind faktisch Gefangene. Deshalb sage ich als Terrorismus-Experte ja auch, wir brauchen keine Terroristen von außen, die züchten wir uns in den Heimen gerade selbst – weil die Zustände so schlecht sind.

Wenn die Leute die ganze Zeit eingesperrt sind, kommen die erst recht auf dumme Gedanken. Sie haben Langeweile, Extremisten und Salafisten machen da Werbung.

Salafisten und NPD arbeiten zusammen

Ein wichtiger Punkt, den ich in Berlin Tempelhof bemerkt habe: Da haben die Nazis von der NPD und die Salafisten, obwohl sie Feinde sind, längst eine Allianz gegründet, um dieses Land unsicher zu machen. Diese beiden Gruppierungen arbeiten sehr stark in Tempelhof und anderen Flüchtlingsheimen daran, Mitglieder zu gewinnen – weil die Zustände dort sehr schlecht sind.

ET: Moment: Dass die Salafisten in Asylheimen aktiv sind, wissen wir. Aber die NPD? Wie darf man sich das bitte vorstellen?

Haq: Es gibt viele ehrenamtliche Helfer von der NPD. Die melden sich da einfach an, bleiben ein-zwei Wochen und dann sprechen sie Flüchtlinge an. Weil wie gesagt, die NPD und die Salafisten haben in Berlin hinter den Kulissen eine Allianz gegründet, um Deutschland unsicher zu machen. Natürlich ist das nicht offiziell.

ET: Sie hoffen also beide durch Unruhe zu profitieren?

Haq: Exakt. Das Ziel der beiden ist das gleiche: Durch Unruhen die Bundesrepublik zu destabilisieren.

Ich weiß, was ich sage, denn ich bin Terrorismus-Experte …

ET: Warum hat das bisher niemand berichtet?

Haq: Weil viele Journalisten nur von Nachrichtenagenturen abschreiben und viele Informationen nicht haben. Ich bin stattdessen unterwegs und rede mit Menschen.

ET: Und versucht unser Staat etwas dagegen zu tun? Die NPD ist schließlich stark von V-Leuten des Verfassungsschutzes durchsetzt. Hat in Deutschland noch irgendwer die Absicht, die Wahnsinnigen zu stoppen – und KÖNNEN wir das überhaupt?

Haq: Das ist nun eine Frage der deutschen Politik – ein ganz anderes Thema. Nach meiner Erfahrung und nach dem was ich erlebt habe, finde ich, dass NPD und Salafisten in Deutschland sofort verboten gehören – doch das Grundgesetz verhindert dies. Da müsste der Bundestag erst etwas ändern. Und was das Bundeskriminalamt angeht: Die wissen das längst! Die reden da nur nicht offiziell drüber. Das BKA in Wiesbaden und Herr Münch haben mehrmals gesagt, dass in den Heimen mindestens 300 bis 500 IS-Schläfer sitzen. Die Zahl ist noch viel höher – über 5.000. Aber man will der Bevölkerung keine Angst machen und gibt es deshalb nicht zu. Das ist die Problematik. Das BKA hat selbst seine V-Leute in Flüchtlingsheimen.

„Die Extremisten müssten sofort abgeschoben werden“

ET: Wie geht man konkret gegen IS-Schläfer vor ?

Haq: Vom BKA heißt es, das sie Leute abhören und beobachten. Aber das ist ein Tropfen auf den heißen Stein und es müsste noch viel mehr getan werden. Wir sprechen hier von über einer Million Menschen, die nach Deutschland gekommen ist – und die Schläfer sind ja nicht nur in einem Asylheim sondern überall in Europa und auch in der Bevölkerung untergetaucht. Man kann es überhaupt nicht mehr kontrollieren. Ich denke, da passiert noch viel zu wenig.

Diese gefährlichen Leute müssten sofort abgeschoben werden. Das Problem ist nur: Wenn ein Deutscher das sagt, heißt es sofort, er sei ein Nazi.

Dabei ist das komplett falsch. Die Leute, die unter Verdacht stehen, mit dem Islamischen Staat zu tun zu haben – und es gibt ja nicht nur den IS, sondern noch viele andere Gruppierungen – die müssen sofort abgeschoben werden. Da geht es um die Sicherheit in unserem Land und auch um den Ruf der anständigen Flüchtlinge.

Deshalb warne ich immer wieder davor, dass es in Deutschland nächstes Jahr oder in zwei Jahren einen Bürgerkrieg gibt – einen Bürgerkrieg zwischen den Rassen. Darauf müssen wir uns einstellen.

ET: Das Problem an der Flüchtlingskrise ist ja, dass Extremisten, Abzocker und Kriminelle die ganze mediale Aufmerksamkeit bekommen – gleichzeitig können sie nicht abgeschoben werden, machen munter weiter, und die anständigen Flüchtlinge haben das Riesenproblem, dass man ihnen überhaupt nicht mehr traut. Ich halte das gesellschaftlich für hochgradig explosiv.

Haq: Ja, da haben Sie vollkommen recht.

„Du kannst überall Geld bekommen – niemand kontrolliert“

ET: Kommunizieren Flüchtlinge zwischen den Heimen?

Haq: Natürlich. In den Heimen und unter den Heimen. Denn das Asylantrags-Verfahren funktioniert überhaupt nicht. Du kannst in Tempelhof einmal Asyl beantragen, in Dresden, München und in Hamburg – und du kannst mit verschiedenen Ausweisen durch Deutschland laufen – niemand kontrolliert dich. Dieses Fingerabdruck-System zum Beispiel funktioniert gar nicht. Das heißt, man kann auf Staatskosten überall rumfahren, kriegt auch überall Geld und kann davon gut leben. Oder man kann das Geld auch dem Islamischen Staat nach Syrien schicken …

ET: Haben Sie sofort Geld gekommen?

Haq: Das ist wieder von Heim zu Heim verschieden. Mancherorts kriegst du sofort Geld, woanders wartest du wochenlang drauf. Manche geben dir 40 Euro pro Woche, andere 120 Euro pro Woche. Wenn ich von Flüchtlingsheimen Geld bekommen habe, habe ich es anschließend direkt für ein Flüchtlings-bezogenes Projekt gespendet.

Also es ist ein totales Chaos. Was auch sehr schlecht ist: Manche bekommen mehr, andere weniger. Manchmal werden Syrer wirklich besser behandelt als andere – als seien die irgendwie berechtigter, hier Asyl zu erhalten.

„Merkels Politik schlägt gerade völlig fehl“

ET: Thema Integration. Wie stellen die Flüchtlinge sich ihre Zukunft in Deutschland vor? Wir haben hier einerseits Leute, die vor Krieg und Terror geflüchtet sind und andererseits welche, die wirtschaftliche Motive haben, denen Schleuser weisgemacht haben, dass man hier Häuser und Autos geschenkt bekommt. Berichte über solche Enttäuschten gab es in den vergangenen Monaten immer wieder. Was sagen Sie dazu?

Haq: Daran ist Frau Merkel schuld. Sie hat ja groß in den Medien gesagt, Flüchtlinge sind willkommen und „Wir schaffen das“. Ihre Flüchtlings-Selfies samt Berichten darüber gingen wie ein Lauffeuer durch die Socialmedia. Auch dass sie die Grenzen nicht dicht gemacht hat ... Durch diese Fehler holt sie automatisch alle hierher. Jetzt hat sie gemerkt, was für Mist sie gebaut hat und stoppt auf einmal alles wieder.

ET: Finden Sie, dass hier ein klares Signal an die Menschen fehlt, wie zum Beispiel ein Rückruf des "Wir schaffen das"? Nicht umsonst sitzen jetzt Leute in Idomeni im Matsch und hoffen vergeblich.

Haq: Was Sie gerade angesprochen haben ist vollkommen korrekt, genau so müsste es sein. Es ist das Gegenteil von menschlicher Hilfe was jetzt passiert. Und was den Türkei-Deal betrifft, das ist kein Deal, sondern Menschenhandel.

Ich habe Informationen, dass in einem riesengroßen Erstaufnahme-Lager im griechischen Lesbos die Verhältnisse absolut menschenunwürdig sind – und was am schlimmsten ist, die Flüchtlinge dürfen da überhaupt nicht raus. Da geht es um tausende Menschen, die dort hingekommen sind.

Mich haben Leute von dort angerufen und ich überlege, hinzufliegen.

Frau Merkels Politik schlägt gerade völlig fehl: Diejenigen, die sich aus Syrien auf den Weg gemacht haben und wieder zurückgeschickt werden, gehen mit Hass auf Deutschland nach Hause. Die werden sich sehr wahrscheinlich dem IS oder anderen gegen Europa gerichteten Kräften zuwenden.

Deshalb müssen wir damit rechnen, dass in Deutschland etwas Terroristisches passieren wird – danach werden wir sehen, ob es zu Gesetzesänderungen kommt.

Unter den über 1 Million Eingereisten gibt es ja Zigtausende, die NICHT registriert sind.

ET: Was ist Ihre Einschätzung zu den Verschwundenen? Wo sind die hin?

Haq: Dass die Leute abhauen, liegt an den menschenunwürdigen Verhältnissen. Die 30 Prozent Verschwundenen haben sich meiner Recherche nach zu je 10 Prozent wie folgt verteilt: Einige wurden von Salafisten und dem IS angeworben, die mit kleinen Gruppen hier in Deutschland operieren. Andere sind zu Verwandten gegangen, leben jetzt dort und versuchen zu arbeiten. Und die dritte Gruppe ist in andere europäische Länder weitergezogen.

Deshalb mein Appell an Journalisten, undercover mit Flüchtlingen zu leben.

ET: Wie sahen Ihre Recherchen konkret aus?

Haq: Meine Recherchen kosten viel Geld, weil die Flüchtlinge Informationen nicht einfach so rausgeben. Am LaGeSo habe ich erstmal für 5 Euro Drogen gekauft und den anderen was zum Kiffen abgegeben, damit sie mir vertrauen. Abends bin ich mit denen Saufen gegangen. Erst wenn man zur Clique gehört, erzählen sie.

Freunde gewinnt man auch sofort, wenn man sagt: „Ihr könnt mein Handy benutzen“. Viele haben ein Problem, mit ihrer Familie Kontakt aufzunehmen, um ihnen zu sagen, dass sie lebendig angekommen sind.

Glaub mir, ein Flüchtling ist der glücklichste Mensch der Welt, wenn du ihm hilfst, zu Hause anzurufen. Dann bist du sofort sein bester Freund. Deshalb verwende ich diese Strategie, die natürlich nicht ganz billig ist. Anders kriegt man ihr Vertrauen nicht.

Bürokratie bremst Integration

ET: Wie stellen die Flüchtlinge sich ihr Leben in Deutschland vor? Denken die erstmal nur – Hauptsache, raus aus diesem Heim. Wie denken die?

Haq: Reden wir über das Politische. Eigentlich würden die Flüchtlinge Deutschland nützen, wenn das alles gut geregelt wäre. Reden wir jetzt mal nur von den Guten: Viele syrische Familien bestehen aus gebildeten Menschen. Auch Inder, Pakistanis und Afghanen – es gibt immer wieder gebildete Leute, die wollen in Deutschland studieren oder eine Ausbildung machen. Ich habe in den Heimen tatsächlich syrische Ärzte, sogar Englisch- und Deutschprofessoren getroffen. Die wollen hier ein neues Leben anfangen, haben aber keine Dokumente dabei. Denen ist am wichtigsten, dass ihre Kinder hier gut ausgebildet werden können. Und die haben meist vier bis fünf Kinder. Wenn deren Kinder nun in Asylheimen aufwachsen, ist das eine Katastrophe.

Auch ich bin mit 15 Jahren nach Deutschland gekommen mit dem Wunsch, hier ausgebildet zu werden und ein gutes Leben anzufangen – und ich habe es geschafft. Auch die anderen, vernünftigen Flüchtlinge haben dieses Ziel und es IST machbar. Nur müsste man es schnellstmöglich geregelt kriegen – die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen dauert viel zu lang. Wenn hier zum Beispiel durch Fachpraktika geprüft werden könnte, ob diese Leute wirklich drauf haben, was sie sagen, wäre ihnen viel geholfen.

Die Bürokratie bremst also die schnelle Integration der Gebildeten und Integrationswilligen aus?

Haq: Definitiv. Oder haben Sie mitbekommen, dass in dieser Richtung politisch irgendetwas unternommen wird? Überhaupt nicht.

ET: Was kann man reell gegen die Salafisten tun? Jetzt nicht die Neuangekommenen, sondern die hier etablierten Personen.

Haq: Meiner Meinung nach müssten die salafistischen Vereinigungen in Deutschland sofort geschlossen und verboten werden. Erst dann würde sich ihre Zahl reduzieren.

Viele Jugendliche gehen den Salafisten auf den Leim oder hauen zum IS ab, weil sie keine Ausbildung und Zukunft in Deutschland haben. Man müsste viel mehr Jugendarbeit in Deutschland machen. Wir schicken Milliarden nach Afghanistan oder sonst wohin, statt sie bei uns in unsere Jugend zu investieren. Wenn wir dies tun würden, würden die niemals auf solche dummen Ideen kommen.

Man müsste die NGOs beauftragen, all die Jugendlichen einzusammeln, die neben der Spur sind. Es wäre sofort möglich, aber aus unerfindlichen Gründen wird es nicht getan. Das würde Deutschland um einiges sicherer machen.

Das Gespräch führte Rosemarie Frühauf.

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