Vergewaltigung im „Harem“ in Deutschland: Syrischem Sex-Täter droht nach Urteil noch IS-Prozess

Ein syrischer Flüchtling wurde wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Nun droht dem "Schutzsuchenden" der nächste Prozess: Kriegsverbrechen in Syrien und IS-Mitgliedschaft.

„Wir sind hier nicht in Syrien“, erklärte die Vorsitzende Richterin Ursula Ziegler-Göller dem 29-jährigen Syrer, der wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht des Amtsgericht Marbach am Neckar stand.

Auch das Urteil von drei Jahren und neun Monaten Haft dürfte dem „Flüchtling“ verdeutlicht haben, dass sich seine Situation grundlegend geändert hat.

Grundlegend auch dahingehend, dass sich für den „Schutzsuchenden“ ein weiterer Prozess anbahnt. Er soll als Mitglied des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Syrien Kriegsverbrechen, Misshandlungen bis hin zum Mord begangen haben.

Wegen dieser Vorwürfe fand selbst der Prozess des Amtsgerichts nicht im heimischen Marbach, sondern im „hochgesicherten Mehrzweckgebäude des Oberlandesgerichts Stuttgart in Stuttgart-Stammheim“ statt, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten.

Ein Flüchtlings-Harem in Deutschland

Offenbar sah sich der nach Deutschland geflüchtete Syrer als eine Art orientalischer Würdenträger, zumindest leistete er sich einen Harem mit drei „Ehefrauen“ nach islamischem Recht. Die habe er jedoch wie „Leibeigene“ behandelt, so die Vorsitzende Richterin im Prozess.

„Ehefrau“ Nummer eins lebte mit dem 29-Jährigen und den beiden gemeinsamen Kindern sowie mehreren Schwestern in einer Zweizimmerwohnung in Bietigheim, so die „SN“. Zeitweise nächtigte auch „Ehefrau“ Nummer (27) drei hier, während „Ehefrau“ Nummer zwei bei ihren Eltern lebt.

Brutal misshandelt und vergewaltigt

Wie die Ermittlungen ergaben, soll der Syrer seine Frau Nummer drei in den Monaten Februar bis April dieses Jahres mehrfach in der Wohnung in Bietigheim-Bissingen misshandelt haben. Er habe sie derart zusammengetreten, dass sie mit Nierenverletzungen in eine Klinik eingeliefert werden musste. Später schlug er die 27-Jährige bewusstlos. Wieder kam die Frau ins Krankenhaus, diesmal mit einem Schädel-Hirn-Trauma. Ende April soll er sie wieder geschlagen, mit einer Glasscherbe verletzt und schließlich vergewaltigt haben.

Dabei war die 27-Jährige nach Aussage des Syrers sogar seine „Lieblingsfrau“, ein merkwürdig erscheinender Umstand, wie wohl auch die Richterin fand:

Wenn Sie so mit Ihrer Lieblingsfrau umgehen, möchten wir nicht wissen, wie Sie ihre anderen zwei Frauen behandeln.“

(Ursula Ziegler-Göller, Vorsitzende Richterin)

Eine moralisch abartige Vorstellung

Der Schwager des Syrers konnte im Verhalten des Angeklagten offenbar nichts Verwerfliches finden. Er erläuterte sein offenbar kulturell bedingtes Verständnis vor Polizei und Gericht, dass es in einer Ehe gar keine Vergewaltigung geben könne.

Während der Vergewaltigung der 27-Jährigen saß der Schwager sogar tatenlos im Nebenzimmer.  Von den Hilferufen des Opfers will er aber nichts gehört haben.

Die Richterin handelte und nahm den Mann unter Eid: „Wenn Sie hier nicht die Wahrheit sagen, können Sie ganz schnell dort landen, wo Ihr Schwager jetzt sitzt.“ Dabei blickte sie mahnend auf die Anklagebank.

Letztendlich versuchte der Anwalt des „Flüchtlings“ der geschundenen jungen Frau noch die Glaubwürdigkeit zu entziehen. Das Opfer spreche seit Jahren dem Alkohol im Übermaß zu, es stehe Aussage gegen Aussage, so der Verteidiger Jan Stockmann, wie „SN“ berichtet.

Zudem bestritt auch der Angeklagte die Vorwürfe. Er habe die 27-jährige Frau niemals geschlagen oder getreten. Bei der Polizei soll er sogar zu seiner Entlastung vorgebracht haben, dass er es nicht nötig habe zu vergewaltigen – dafür halte er sich ja drei Frauen.

Für Oberstaatsanwalt Martin Renninger war der Fall jedoch von Anfang an klar. Er sprach bezüglich der Taten des Angeklagten von einer Machtdemonstration:

Er wollte zeigen, dass er mit dem Opfer tun kann, was er will.“

(Martin Renninger, OStA)

Das hatte Fares A. B. ja schon zur Genüge in Syrien bestätigt, als er andere Menschen misshandelte und tötete.

Das Gericht folgte in seiner Urteilsfindung dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den 29-jährigen Syrer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Für die Anklage der Generalbundesanwaltschaft gibt es noch keinen Gerichtstermin.