Was ist los in Sondershausen? – Schlägereien, Raubüberfall und Vergewaltigung – Die Folgen falscher Toleranz?

Am vergangenen Wochenende wurde ein Mann in Sondershausen Opfer eines Raubüberfalls. Am Abend zuvor wurde ein Pärchen von mutmaßlichen Asylbewerbern mit Reizgas besprüht und mit einem Messer bedroht. Schon seit Längerem gibt es Kämpfe zwischen Afghanen und Armeniern oder von Asylbewerbern mit Einheimischen. Die Stimmung ist gereizt, die Bürger fühlen sich nicht mehr sicher ...

Sondershausen ist eine eigentlich ganz normale Kreisstadt (ca. 22.000 Einwohner) im Norden von Thüringen, rund 20 Kilometer vor der Grenze zu Sachsen-Anhalt, da wo der Kyffhäuser mit seinem Barbarossa-Denkmal (Staufer-Kaiser Friedrich I.) liegt.

Doch seit einiger Zeit häufen sich in Sondershausen kriminelle Vorfälle, sodass sich ein Gefühl von Angst und Unsicherheit unter der Bevölkerung breitmacht. Gewöhnlich landen nicht alle Streitereien in den Polizeimeldungen, tragen aber dennoch zur Bildung eines allgemeinen Angstklimas bei.

In einem Beitrag von Anne Bressem, Diplom-Politiologin und Bürgermeisterkandidatin der SPD in Sondershausen und ehemaliger PR-Offizier der Luftwaffe, in den „Kyffhäuser Nachrichten“ heißt es:

Körperverletzungen, Vandalismus, Diebstähle und Wohnungseinbrüche beeinträchtigen die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Einwohner unserer Stadt. Deshalb fordere ich, dass konsequent mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen Gewalt vorgegangen wird.“

(Anne Bressem, SPD, Bürgermeister-Kandidatin)

Bressem fordert eine „konsequente Umsetzung der Gesetze“ und plädiert für mehr Polizeipräsenz auf den Straßen der Stadt.

Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger muss erhöht werden. Im Gespräch mit Freunden und Familie werden die jüngsten Geschehnisse in der Stadt thematisiert. Als Mutter von zwei kleinen Kindern kann ich die Bedenken sehr gut nachvollziehen.“

(Anne Bressem, SPD)

Alkoholverbot vorerst nicht möglich

In der Stadtratsversammlung vom 28. September stand auf Punkt 6. im öffentlichen Teil ein „Alkoholverbot im öffentlichen Verkehrsraum“ zur Debatte. Die Diskussion wurde nach den Krawallen im Sommer in der Fußgängerzone angeregt.

Doch bisher scheiterte dies, nicht an den Stadträten, sondern an den Vorgaben der Thüringer Ordnungsbehördengesetzes und der Gerichte, so die „Thüringer Allgemeine“ kurz danach.

Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) erklärte dazu, dass die „Hürden relativ hoch“ seien. Auch Kreyer sprach, nach anfänglicher Ablehnung, von einer „Notwendigkeit“ angesichts der Massenschlägereien im Sommer. Wie der Hauptamtsleiter im Rathaus, Stefan Schard, erklärte, müsse die Stadt vorher beweisen, dass durch das Alkoholverbot die Zahl der an diesen Orten begangenen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten zurückgehen würde. Man werde dies aber versuchen, durch Streifengänge der Ordnungsbehörden, hieß es.

Ein kleiner Trost: Die Stadtverordnung enthält bereits jetzt ein Alkoholverbot auf Spielplätzen. Es gebe inzwischen auch Überlegungen, dies auf andere Kindereinrichtungen der Stadt auszuweiten, so der Hauptamtsleiter.

Die jüngsten Ereignisse in Sondershausen

Nachdem bereits am Samstagabend ein Pärchen von zwei jungen Südländern genötigt, angegriffen und verletzt wurde, sollte sich bereits am nächsten Abend ein ähnlicher, noch gravierenderer Fall ereignen. Doch auch diese einzelnen Fälle sind in Sondershausen inzwischen offenbar keine Einzelfälle mehr …

Was ist nur los in dieser Stadt. Seit Monaten ereignen sich hier Taten, die viele Menschen immer mehr verängstigen und eigentlich fassungslos zurücklassen. Polizei und Politik scheinen nahezu machtlos…“

(„Kyffhäuser Nachrichten“, 27.11.)

Immer wieder würden Menschen in Konflikte verwickelt, die eigentlich nach Deutschland gekommen seien, um hier Schutz zu suchen. Es geht um Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Flüchtlingsgruppen untereinander, aber auch mit den Einheimischen.

Seit Wochen würden sich Polizeimeldungen häufen, in denen die Tatverdächtigen als ausländischer Herkunft, mit südländischem Aussehen oder gebrochen Deutsch sprechend beschrieben werden.

Ein Kommentator fragt: „wie können eine Handvoll „Typen“ die ganze Stadt in Schach halten???“

Sonntag, 26.11., Schlosspark

Sonntagnacht, 26. November, gegen 23.30 Uhr: Ein 28-jähriger Mann ist zu Fuß im Schlosspark in Sondershausen unterwegs. Plötzlich wird er angesprochen. Ein Fremder fordert ihn in gebrochenem Deutsch auf, stehen zu bleiben.

Voller Panik flüchtet der 28-Jährige in Richtung Schloss – vergebens, denn:

Wenig später kam noch ein zweiter Mann hinzu. Einer der beiden hielt den 28-Jährigen fest, der Andere schlug auf ihn ein.“

(Polizeibericht)

Das Opfer wird bewusstlos. Nach kurzer Zeit kommt der junge Mann wieder zu sich und bemerkt, dass sein Geldbeutel fehlt. Schwer verletzt schleppt er sich bis ins Krankenhaus.

Die Beschreibung ist vage und nur für einen Täter angegeben: 1,95 Meter groß und kräftig, mit einer Kapuze, jedoch ist von „gebrochenem Deutsch“ die Rede, bei der Polizei Thüringen.

Samstag, 25.11., Nähe AWO

Beim Sondershausener AWO-Heim am Wippertor wird ein Pärchen von zwei bisher unbekannten Männern beim Vorbeigehen angemacht. Wie die Opfer auf Facebook veröffentlichten, sollten die beiden vom Fußweg herunter gehen, um „FÜR SIE PLATZ ZU MACHEN, DENN ES SEI IHRE STADT …“.

Sie waren von dem Vorfall derart schockiert und dennoch auch glücklich – „das war haarscharf gewesen und zum Glück waren andere Einheimische in der Nähe“ – , dass sie noch im Krankenwagen ein Foto von sich machten, die Geschichte nachts dann auf Facebook posteten und ihre Mitmenschen warnten: „Ich sage nur, passt auf euch auf, wenn ihr raus geht; der Respekt und die Hemmschwelle erreichen langsam einen kritischen Punkt.“

Samstag, 11.11., Armenier gegen Afghanen

In einer Meldung vom 12. November verweist die Polizei Nordhausen auf eine Auseinandersetzung zwischen armenischen und afghanischen Personengruppen.

Die mit Kanthölzern bewaffneten Männer gingen im Bereich Wippertor (AWO) gegen 19.45 Uhr aufeinander los.

Aufgrund von Pfefferspray wurde eine Person verletzt und musste ins Krankenhaus.

Montag, 6.11., Afghanen-Angriff

Zwei Armenier kamen abends nach 20 Uhr in der Frankenhäuser Straße aus einem Einkaufszentrum, „als sich ihnen mehrere Afghanen in den Weg stellten“. Als sie der Konfrontation auswichen, passierte es:

Plötzlich verspürte ein Armenier einen Schlag auf dem Kopf. Ein Angreifer hatte mit einem Kantholz zugeschlagen.“

(Polizeibericht)

Der 28-jährige Armenier erlitt eine Platzwunde, konnte dem Angreifer die Schlagwaffe aber abnehmen und ihn kurze Zeit verfolgen. Der Afghane konnte entkommen. Der Verletzte begab sich ins Krankenhaus und erstattete danach Anzeige bei der Polizei.

Zuvor hatten Passanten gegen 19.20 Uhr die Polizei über eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen, darunter auch Ausländern, am Planplatz informiert.“

(Polizei Thüringen)

Als die Polizei vor Ort ankam, konnte sie niemanden mehr vorfinden. Die Ursache für den Streit sieht die Behörde in einer Auseinandersetzung zwischen Armeniern und Afghanen am Freitag, 3. November, in Sondershausen.

Vergewaltigung im August

Der Fall ereignete sich Mitte August auf dem Spielplatz in Sondershausen.

Am 13. August, gegen 01.30 Uhr, wurde in Sondershausen, in der Ferdinand-Schlufter-Straße eine 26-jährige Deutsche Opfer einer Sexualstraftat.“

(Polizeibericht)

Nach Spurenaufnahme am Tatort durch eine zehnköpfige Sonderkommission und in Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde des Landkreises „konnte um 17.20 Uhr ein 45-jähriger Asylbewerber aus Syrien, der im Kyffhäuserkreis wohnhaft ist, vorläufig in seiner Wohnung festgenommen werden“, so die Landespolizeiinspektion Nordhausen.

Das Sondershausen-Problem

Auch Ende August kam es zu massivem Ärger mit jungen Asylbewerbern im Zusammenhang mit der Musikveranstaltung „Sondershausen tanzt“ an den Bebraer Teichen. Wie eine Videoaufnahme zeigt, kam es zu einer regelrechten Belagerungssituation zwischen den Angreifern und dem Security-Team.

Als es zu einer Rangelei zwischen dem Marokkaner und den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes vor dem Haupteingang kam, formierte sich plötzlich eine Gruppe, bestehend aus ca. zehn Asylbewerbern. Aus dieser Gruppe heraus kam es nun zu Flaschenwürfen in Richtung umherstehender Personen.“

(Polizeibericht)

Die Polizei rückte an, die Angreifer flüchteten Richtung Stadt. Es sollte nicht ihr einziger Einsatz in dieser Nacht bleiben.

Sondershausen ist bunt

Ist es wirklich verwunderlich, dass viele Menschen in Sondershausen derartige Erlebnisse mit Flüchtlingen als unangenehm bis angsteinflößend empfinden?

Die Sondershausener Flüchtlingsinitiative „Sondershausen ist BUNT e.V.“, gegründet am 9. November 2014, ist ihrem Facebook-Auftritt nach „für ein offenes, tolerantes Sondershausen“.

Ob diese Offenheit und Toleranz auch für die einheimischen Sondershausener Bürger gilt, wird sich angesichts o.g. Vorkommnisse noch beweisen müssen.

Dass der Verein aber mit seinem Kampfphilosophie mutmaßlich unbeabsichtigt Gräben zwischen den Menschen der Stadt zieht und durch falsche, also unechte Toleranz sogar eine ausländerfeindliche Stimmung befeuert, geht allein schon aus der Wir-über-uns-Botschaft des Vereins auf FB hervor:

Bunt statt Braun!

Wir begrüßen alle recht herzlich, die sich für Demokratie und Toleranz einsetzen. Wir beobachten mit zunehmender Besorgnis, dass sich ausländerfeindliche Stimmen in Sondershausen und Umgebung stark machen und in brauner Manier gegen Flüchtlinge gehetzt wird. […]

(Sondershausen ist BUNT e.V.)

Da hilft es auch nicht weiter, dass der Verein sich am 21. August „Für ein Nazi-FREIES Sondershausen!“ mit einem großen Banner vor der Vereins-Villa stark machte und alle anderen Vorkommnisse einfach ausblendete, was zu zahlreichen Kommentaren führte:

„Toleranz??? Dass ich nicht lache…. Das was hier passiert könnt ihr nicht mehr schön reden“ (Chrissy R.), „… Warum habt ihr euch nicht einmal zu den Dingen die in Sondershausen geschehen sind geäußert ??“ (Silvio D.) oder „…Ich komme seit Jahren nicht mehr in meine Heimatstadt, weil ich nach Einbruch der Dunkelheit Angst allein auf der Straße habe! Ganz ehrlich?: bezeichnet mich als Nazi 😂😂, aber fragt mal die Bürger der Stadt was sie eigentlich wollen!“ (Carolin A.).

Benjamin N., ein ehemaliger Sondershausener, schreibt aus dem fernen Frankfurt/Main. Er kann das alles nicht verstehen, was in seiner Heimatstadt so abgeht:

„traurig was man da immer wieder aus meiner Heimatstadt Sondershausen hört.. Hier in Frankfurt am Main, wo ich jetzt schon fast 9 Jahre lebe hab ich noch nie so einen Hass, rechtsradikalen geistigen Müll oder ähnliches erlebt. Hier leben über 100 verschiedene Nationen friedlich zusammen! und ihr in Sondershausen kommt nichteinmal mit villt. 1000 Menschen mit Migrationshintergrund friedlich aus?!“

Nun, obwohl der Leser da mit „friedlich“ wohl etwas übertrieben hatte – Frankfurt lag ja jahrelang im Bundesvergleich auf Platz 1 der Kriminalitätsstatistik und wurde erst 2016 durch Berlin, Leipzig und Hannover vom Crime-„Thron“ verdrängt – zeigt er mit seinem Post, dass das persönliche Sicherheitsempfinden ja durchaus ein subjektives ist.

Statistisch gesehen kann bei 15.671 registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohnerin Frankfurt/M.  (2016) jedoch keineswegs davon gesprochen werden, dass hier „über 100 verschiedene Nationen“ friedlich zusammenleben.

Die Folgen falsche Toleranz?

Die Sondershausenerin Susen R. bringt aber unter o.g. FB-Veröffentlichung des Vereins einen weiteren, vielleicht essenziellen Punkt zur Sprache: „Niemand kann Akzeptanz VERLANGEN! Die muss man sich verdienen! Vor lauter Naziwahn seht Ihr die Realität nicht! …“

Das ist durchaus logisch: Im Kampf fixiert man seinen Gegner, von der Umwelt bekommt man dann allerdings weniger mit, von Hintergründen ganz zu schweigen. Wer ist in diesem Fall aber der „Gegner“?

Noch wichtiger erscheint jedoch der von der Userin angesprochene Zwang, wenn man genauer hinschaut:

Was wird denn aus der durchaus positiven Eigenschaft „Toleranz“, wenn sie aufgezwungen wird? Was wird denn aus der durchaus positiven Eigenschaft „Güte“, wenn sie aufgezwungen wird? Und welche Folgen hat es, wenn die Menschen dazu gezwungen werden, die Folgen all dessen zu erdulden, noch mehr, wenn man nicht als „Nazi“ gebrandmarkt werden will, sogar schweigend zu erdulden?

Dann verlieren die Menschen den Glauben an das Gute: im Menschen, in der Welt und in der Schöpfung. Doch wem sollte dies nützen?

Und irgendwie erinnert das Ganze auch an die Methoden der Sozialistischen Einheitspartei in der ehemaligen DDR …

Siehe auch:

Schwerin: 30 Flüchtlinge kämpfen in der Innenstadt – Schlägerei auch am Vortag – Aufenthaltsverbote und Kameras im Gespräch

Rostock: Wieder „Kulturkämpfe“ in Ostseestadt – Junge Einheimische prügeln sich mit jungen Zuwanderern

Bautzen: Wer hat Recht? – Rechte und linke Sichtweisen gegenübergestellt

 

 

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