Wegen Terror und Katastrophen: Bundesregierung bereitet sich auf Notstand vor

Wegen Terror und Katastrophen wurde ein neues Sicherheitskonzept für Deutschland entworfen. Das noch unter Verschluss gehaltene Dokument rät den Bundesbürgern, sich mit genügend Trinkwasser, warmen Decken und Kleidung zu wappnen. Im Falle eines Stromausfalles sollte man sich mit geladenen Akkus für Computer, Handys und Telefone bereithalten.

Die Bundesregierung bereitet die Bevölkerung auf einen Notstand vor. Umfasst Ihre Familie vier Personen? Dann sollten Sie besser immer 40 Liter Trinkwasser vorrätig halten, heißt es in einem neuen Sicherheitskonzept der Bundesregierung, berichtet die „RP-Online“.

Das noch unter Verschluss gehaltene neue Konzept werde derzeit zwischen den Bundesministerien diskutiert und solle noch im August vom Bundeskabinett beschlossen werden, so die Zeitung. Bei dem Entwurf werde auf die Terroranschläge von 2001 und mehrere Hochwasserkatastrophen Bezug genommen. Das Dokument stelle eine neue Grundlage für Notfallplanungen zum Schutz der Bevölkerung in vielen Bereichen dar.

Bürger sollten so viel Wasser eingelagert haben, dass je Person zwei Liter pro Tag zur Verfügung stehen. Und das für einen Zeitraum von fünf Tagen, heißt es laut RP in dem Entwurf.

Ganz neu ist das nicht, denn das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät auch jetzt schon, einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für zwei Wochen bereitzuhalten.

SPD-Innenexperte begrüßt Sicherheitskonzept

Sollte es zu chemischer, biologischer oder nuklearer Verseuchung kommen, sollen „Verletzten-Dekontaminationsstellen“ vor den Eingängen von Krankenhäusern aufgebaut werden, heißt es weiter. Vorgesehen sei auch, die Vorräte an Pockenimpfstoffen und Antibiotika zu vergrößern. Für den Fall eines Stromausfalls sollten sich die Bürger „mit warmen Decken und Kleidung wappnen und geladene Akkus für Computer, Handys und Telefone bereithalten“.

Das Sicherheitskonzept sehe vor in Großstädten und Ballungsgebieten vorsorglich „leistungsstarke Brunnen“ zu bohren, so dass im Falle einer Katastrophe genügend Trinkwasser zur Verfügung stehe, so RP. Zudem sollen 800.000 Notfallplätze für die Bevölkerung bereitgehalten werden. Diese würden bundesweit zur Verfügung stehen. Der CDU-Innenexperte Stephan Harbert sagte gegenüber RP: „Das ist nicht wenig, und doch wären mehr Plätze sicherlich wünschenswert.“

Weiters heißt es, dass solche Evakuierungsplätze vor allem dann aktiviert würden, wenn es zu einer Katastrophe in einer Millionenstadt wie etwa Köln komme.

Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka begrüßt laut der Zeitung das neue ganzheitliche Zivilkonzept. Sowohl Bevölkerung und Behörden seien „nicht zuletzt aufgrund terroristischer Bedrohungen neuartigen Gefahren ausgesetzt.“ (so)