Wendt beklagt: Politiker fordern von Polizisten „politische Korrektheit“

Rainer Wendt beklagt, dass sich die Politik verstärkt in die Angelegenheiten der Polizei einmische. Die Polizisten würden dazu angehalten, stets "politisch korrekt" zu sein.

Die Politik übt verstärkt Einfluss auf die Polizei aus: Die Beamten würden immer häufiger dazu aufgefordert, stets politisch korrekt zu bleiben, beklagt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, im Gespräch mit der Wochenzeitung Junge Freiheit. Wendt warnte davor, dass die Politik ihre Einflussnahme auf die Polizei noch stärker ausbaut.

"Viele meiner Kolleginnen und Kollegen beklagen immer wieder, dass sie teilweise offen und direkt, manchmal nur über harmlos klingende Erlasse und Verfügungen, dazu ermahnt werden, immer politisch korrekt, also im Mainstream zu bleiben", sagte Wendt der Zeitung. 

Die Einmischung der Politik führe dazu, dass wichtige Dinge gar nicht mehr geschrieben würden "um auf Nummer Sicher zu gehen", so der Gewerkschaftsvorsitzende.

Welch Schaden diese Informationspolitik anrichten könne, habe sich in Köln deutlich gezeigt. 

20.000 weitere Polizisten 

Über diejenigen Politiker die sich nach den Köln-Übergriffen kritisch gegenüber den Einsatzkräften äußerten und der Polizei Versagen vorgeworfen haben, sagte Wendt: "Da melden sich manche zu Wort, denen man im Ernstfall nicht mal die Organisation eines Kindergeburtstages anvertrauen würde."

Für eine starke innere Sicherheit brauche es einen "starken Staat", meint der Beamte weiter. Die Regierung müsse in der Lage sein die richtigen Entscheidungen durchzusetzen. Darüber hinaus fordert er mehr Personal für die Polizei und bessere Ausrüstung.

Zu Stuttgarter-Nachrichten sagte Wendt: "Wir benötigen für den öffentlichen Dienst eine Einstellungsoffensive. Allein bei der Polizei brauchen wir mindestens 20. 000 weitere Beschäftigte." (so)