19-Jähriger Islamist in London gibt Anschlagspläne für Elton-John-Konzert zu

Ein 19-jähriger Islamist hat zugegeben, einen Anschlag auf ein Konzert von Popstar Elton John oder eine beliebte Einkaufsstraße geplant zu haben. Der 19-jährige Haroon S. bekannte sich am Donnerstag der "Vorbereitung von Terrorakten" zwischen April und September 2016 vor Gericht schuldig.

Bei einem Prozess in London hat ein 19-jähriger Islamist zugegeben, einen Anschlag auf ein Konzert von Popstar Elton John oder eine beliebte Einkaufsstraße geplant zu haben. Der 19-jährige Haroon S. bekannte sich am Donnerstag der „Vorbereitung von Terrorakten“ zwischen April und September 2016 schuldig.

Als Anschlagsziele wählte S. nach Angaben der Londoner Polizei die Oxford Street, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der britischen Hauptstadt, sowie ein Konzert von Elton John im Hyde Park, das am 11. September 2016, dem 15. Jahrestag der islamistischen Terroranschläge in den USA, stattfand. Dafür wollte S. nach Erkenntnissen der Ermittler ein Maschinengewehr, weitere Waffen, eine Sprengstoffweste und eine Bombe beschaffen.

Dem Angeklagten gelang es aber nicht, Kredite zu bekommen, um die Waffenkäufe zu finanzieren, hieß es weiter. Im Internet wandte sich der junge Mann an einen angeblichen Gesinnungsgenossen, bei dem es sich in Wirklichkeit um einen Agenten des britischen Geheimdienstes handelte. Ihn habe S. um eine Bombe gebeten, die mit möglichst vielen Nägeln gefüllt sein sollte und die er an einem belebten Ort zur Explosion bringen wollte.

„Ich dachte an die Oxford Street“, sagte S. vor Gericht. „Wenn ich ins Gefängnis gehe, gehe ich ins Gefängnis. Wenn ich sterbe, sterbe ich, verstehen Sie.“

S. war am 8. September festgenommen worden. Danach hatte er der Polizei gesagt, das Passwort seines Telefons sei „ISIS“, eine Abkürzung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.

Der Verteidiger von S. argumentiert, sein Mandant sei durch Radikale im Internet verführt worden. Er habe aber niemals wirklich einen Anschlag begehen wollen. Seine Chats mit dem Geheimdienstagenten seien vielmehr eine „Phantasie“ gewesen, „um zu sehen, wie weit das gehen würde“.

Den Behörden warf der Verteidiger vor, sie hätten S. in ein Entradikalisierungsprogramm aufnehmen sollen, statt es ihm zu ermöglichen, den von ihm eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Das Urteil gegen S. soll nach der Erstellung eines psychologischen Gutachtens am 8. Juni fallen. Ihm droht lebenslange Haft. Im Juni war der 23-jährige Bruder von S. zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er für November 2014 eine Enthauptung geplant hatte. (afp)