55 No-go-Areas in Schweden: Polizei völlig überfordert – Verbrechensaufklärung nicht mehr möglich

Schon vor der Flüchtlingskrise hatte Schweden wegen seiner liberalen Einwanderungspolitik mit einer damit verbundenen höheren Kriminalität zu kämpfen. Nach Herbst 2015 gab es eine weitere Steigerung der Strafdelikte. Besonders bei Diebstählen, Sexualdelikten und Bandenkriminalität sieht die schwedische Polizei Zuwächse. Jetzt gibt es bereits 55 Gebiete im Land, in denen die Polizei die Kontrolle verloren hat.

Neben Deutschland zählt Schweden zu einem der beliebtesten Zielländer für Asylsuchende. Für beide Länder ergab sich mit der Flüchtlingswelle ein zusätzlicher Import an Kriminalität. Schweden verzeichnete seit September 2015 eine Zunahme beim Drogenhandel, bei Sexualdelikten, Diebstählen, Vandalismus und Bandenkriminalität, so ein Bericht der obersten Polizeibehörde Schwedens, berichtet die Kronen-Zeitung.

Vor allem die Kräfteverschiebungen zwischen kriminellen Banden und der Polizei in den vielen No-go-Areas des Landes seien alarmierend. Insgesamt gebe es 55 dieser Gebiete, in denen man jederzeit mit Angriffen rechnen müsste. In solche No-go-Areas gibt es häufig Übergriffe auf Beamte, vor allem auf weibliche, die besonders respektlos behandelt würden.

„Kommen nicht mehr dazu, Verbrechen aufzuklären“

„Wir kommen nicht mehr dazu, Verbrechen aufzuklären, weil wir täglich zu so vielen Einsätzen gerufen werden“, so Polizeisprecher Peter Larsson am Donnerstag gegenüber dem schwedischen Sender NRK. In manchen Gegenden des Landes sei es für die Beamten schon alltäglich geworden, mit Steinen beworfen und attackiert zu werden. Der Frust seiner Kollegen sei groß, so Larsson.

Besonders gravierend sei die Lage in Malmö. Seit 2016 seien dort rund 70 Autos angezündet worden. In der Stadt nehme besonders die organisierte Bandenkriminalität zu, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten tappen im Dunkeln: Lediglich ein Verdächtiger konnte bislang ausgeforscht und verhaftet werden.

Schweden im OECD-Vergleich an erster Stelle

Zudem seien diese Effekte der Flüchtlingswelle wegen der hohen Prozentzahl an Asylbewerbern im Vergleich zur Zahl der Bevölkerung besonders heftig.

Erst kürzlich hätten sich Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen und Island über Ungarn beschwert, weil das Land sich weigern würde, sogenannte Dublin-Fälle zurückzunehmen. Das Dubliner Abkommen besagt, dass jenes Land für das Asylverfahren eines Geflüchteten zuständig ist, in dem dieser erstmals europäischen Boden betreten hat. Die Weigerung Ungarns die Flüchtlinge zurückzunehmen führte auch zu Verstimmungen mit Österreich. Der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka drohte nun mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.