Balkanroute praktisch geschlossen

Balkanroute geschlossen: Slowenien lässt nur noch Migranten mit gültigen Visa und Pass einreisen

Epoch Times, Dienstag, 8. März 2016 20:55
Die Balkanroute wird nach serbischen Angaben für Flüchtlinge praktisch geschlossen. Der organisierte Transport von Flüchtlingen durch das Land wird eingestellt. Das kündigte das Innenministerium in Belgrad an.
Slowenien schließt ab Mitternacht die Grenze nach Serbien und lässt nur noch Migranten einreisen, die gültige Visa und Pässe besitzen. Hier ein Bild von der Grenze Slowenien / Österreich, 5. Januar 2016 in Sentilj.
Slowenien schließt ab Mitternacht die Grenze nach Serbien und lässt nur noch Migranten einreisen, die gültige Visa und Pässe besitzen. Hier ein Bild von der Grenze Slowenien / Österreich, 5. Januar 2016 in Sentilj.
Foto: RENE GOMOLJ/AFP/Getty Images)

Slowenien hat seine Nachbarländer informiert, dass jetzt nur noch Menschen mit gültigen Reisedokumenten einreisen dürfen, die in Slowenien Asyl beantragen wollen. Diese Regelung gilt ab Mitternacht.

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Die Balkanroute für Flüchtlinge, über die im letzten Jahr mehr als eine Million Menschen nach Westeuropa gelangten, soll damit geschlossen werden.

Das kündigten Slowenien und Serbien in Ljubljana und Belgrad an. Sein Land werde in Zukunft wieder streng die Schengenregeln anwenden und nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa einreisen lassen, berichtete das slowenische Innenministerium.

Nur in Einzelfällen werde es Ausnahmen aus humanitären Gründen geben. Der organisierte Transport von Flüchtlingen durch das Land werde eingestellt.

Serbien als weiter südlicher Anrainer reagierte in gleicher Weise. Es werde die neuen Regelungen ebenso an seiner Grenze zu Mazedonien und Bulgarien anwenden, teilte das serbische Innenministerium mit. „Damit wird die Balkanroute praktisch geschlossen“, zitierten die Medien in Belgrad eine entsprechenden Erklärung des Ministeriums. Auch Kroatien, das zwischen Slowenien und Serbien liegt, wird in dieser Weise reagieren.

Slowenien werde in Zukunft pro Monat 40 bis 50 Menschen Asyl gewähren, zitierte das nationale slowenische Radio Regierungschef Miro Cerar. Bisher waren die Menschen auf der Balkanroute von einem an den nächsten Staat weitergereicht worden, weil sie am Ende nach Österreich und vor allem nach Deutschland wollten.

Der Staatssekretär im slowenischen Innenministerium, Bostjan Sefic, bekräftigte die Zusage seines Landes, 863 Flüchtlinge innerhalb des EU-Quotensystems aufnehmen zu wollen. (dpa)

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