Anschlagsversuche in Osteuropa: IS-Terror greift auf Polen über

In Polen versuchten Radikale in den vergangenen Wochen zwei Anschläge zu verüben. Dies zeige, dass Polen kein isoliertes Land sei, so ein polnischer General. Ein neues Anti-Terror-Gesetz wurde bereits verabschiedet.

Die Terror-Miliz Islamischer Staat breitet sich nun offenbar auch in Richtung Osteuropa aus: In den letzten zwei Wochen versuchten Radikale in Polen zwei Anschläge durchzuführen die viele Todesopfer fordern hätten können. Die geplanten Angriffe konnten vereitelt werden.

Dabei wurde am 19. Mai in einem Bus in Wroclaw ein selbstgebauter Sprengsatz entdeckt. Als der Fahrer die Bombe an einer Bushaltestelle hinausbrachte explodierte diese. Dabei wurde eine Frau verletzt.

Wenige Tage später wurde ein Verdächtiger festgenommen. In der Nacht zu Montag konnte die Polizei drei weitere Personen verhaften, die gerade Sprengsätze unter Autos in der Nähe eines Polizeireviers in Warschau befestigten, berichtet "Sputniknews" unter Berufung auf die Behörden.  

General verteidigt neues Anti-Terror-Gesetz

"Die Angaben über die geplanten Terroranschläge führt die kurzsichtige Denkweise derer vor Augen, die das Anti-Terror-Gesetz  kritisieren und behaupten, es gebe in Polen keinen Terrorismus, man könne warten und das auf eine andere Weise tun", sagte der polnische General und ehemaliger Vize-Chef des Büros für nationale Sicherheit Roman Polko im Gespräch mit der Zeitung Niezależna. Er wisse aber nicht, auf welchem anderen Weg man das Problem lösen könne.

Die jüngsten Anschlagsversuche zeigten, dass Polen kein isoliertes Land sei. Ein Blick auf die Karte reiche, um feststellen, dass die Anhänger des Islamischen Staat sehr nah seien, so der General. "Ihre Terror-Ideen sickern nach Polen ein."

In Polen wurde das neue Anti-Terror-Gesetz bereits von der Regierung verabschiedet. Nun muss es noch vom Sejm (polnisches Parlamentsunterhaus) und dem Präsidenten unterzeichnet werden. Das Gesetz soll am 1. Juni in Kraft treten. Die Opposition übt scharfe Kritik an dem neuen Gesetz, dass den Geheimdiensten erweiterte Befugnisse garantiert. Dies könne zum umfassenden Ausspionieren alle Bürger führen. (so)