Asylkrise in Europa: Die Zahl der zwangsverheirateten Flüchtlingskinder steigt

Kinderehen unter den syrischen Flüchtlingen sind keine Seltenheit. Die Eltern verheiraten ihre Töchter, oft aus Angst, mit älteren Männern. Viele dieser Kinderbräute kommen mit der Migrantenwelle nach Europa. Die Zahl der Kinderehen steigt rapide.

Immer mehr weibliche Flüchtlingskinder werden zwangsverheiratet. Zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt die internationale Kinderrechtsorganisation "Save the Children", berichtet Sputniknews. 

Die Eltern versuchen ihre minderjährigen Töchter vor Gewalt zu schützen und verheiraten sie mit älteren Männern. Solche Kinderehen sind in der EU jedoch verboten. Wenn diese verheirateten Migrantenkinder nach Europa kommen, erschwert dies die Lage der Betroffenen erheblich.
"Save the Children" fand heraus, dass Kinderehen unter syrischen Flüchtlingen in Jordanien im Jahre 2011 bei zwölf Prozent lagen. Mittlerweile liegt die Zahl bei 25 Prozent. 
Ende August 2015 verschwand das 14-jährige syrische und noch dazu hochschwangere Mädchen Fatima Alkasem mit ihrem 24-jährigen Ehemann aus einem Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge in Ter Apel im Norden der Niederlande. Sie wird polizeilich gesucht. Jede Woche kommen drei dieser sogenannten Kindbruiden in Holland an, schätzt das Zentrum gegen Kinderhandel und Menschenhandel (CKM).
"Das ist schrecklich! Ich finde solche Ehen empörend, egal was es für Gesetze gibt. Dennoch glaube ich, dass es eher eine Frage der religiösen und kulturellen Unterschiede ist", sagte eine Frau gegenüber dem Sender "RT".
Es gibt auch Kinderbräute, die nach ihrer Ankunft Asyl bekommen und dann dem ihnen meist völlig unbekannten Mann im Rahmen der "Familienzusammenführung" zugeführt werden. Auf diese Art werden jetzt Mädchen nach Europa importiert. Bislang erkannten die niederländischen Behörden eine ausländische Ehe an, wenn die Frau mindestens 15 Jahre alt war. Im Angesicht der hohen Migrantenzahl hat die niederländische Regierung vor einigen Monaten reagiert und im Eilverfahren ein Gesetz durchgebracht, wonach erst Ehen ab 18 Jahren rechtsgültig werden. "Das neue Gesetz stellt endlich klare Regeln auf, die die Kinder schützen", sagte Ineke van Winden vom CKM.
Den Kindern, die im Nahen Osten zwangsverheiratet werden und schon verehelicht nach Europa kommen, hilft dieses Gesetz jedoch nur wenig. Wie viele Kinderbräute sich in Deutschland aufhalten, ist nicht bekannt. (so)