Brandrede im EU-Parlament zu US-Einreiseverbot – Farage fragt Trump-Kritiker: „Was soll diese Heuchelei?“

Nigel Farage sagte im EU-Parlament, dass US-Präsident Trump einfach nur seinen Job macht. Er mache genau das, was er im Wahlkampf angekündigt habe. Dies sei "echte Demokratie". Denn im Gegensatz zu den EU-Kommissaren sei Trump demokratisch gewählt. Das müsse "für die Damen und Herren hier im Parlament ein Schock sein, dass ein demokratisch gewählter Politiker seine Arbeit macht", so Farage. Am Ende seiner Rede schlug der EU-Kritiker vor, US-Präsident Donald Trump in das Europäische Parlament einzuladen.

In einer feurigen Rede im EU-Parlament, verteidigte der ehemalige Chef der EU-kritischen United Kingdom Indepence Party (UKIP) und Brexit-Befürworter Nigel Farage US-Präsident Donald Trump.

Trump steht wegen des unlängst verhängten US-Einreiseverbots, für Bürger aus sieben muslimischen Ländern, unter heftiger Kritik. Mit dem 90-tägigen Einreisestopp für Menschen aus dem Irak, Syrien, Iran, Libyen, Somalia, Sudan und des Jemen gehe es Trump nach eigenen Angaben darum, islamistische Extremisten aus den USA fernzuhalten.

Demokratisch gewählter US-Präsident „macht seinen Job“

Am Donnerstag machte sich der Vorsitzende der Fraktion Europa der Freiheit und Demokratie (EFD) im EU-Parlament in Straßburg Luft über Trumps Kritiker. Farage sagte, dass US-Präsident Trump einfach nur seinen Job mache. Er mache genau das, was er im Wahlkampf angekündigt habe.

Dies sei „echte Demokratie“. Denn im Gegensatz zu den EU-Kommissaren sei Trump demokratisch gewählt. Das müsse „für die Damen und Herren hier im Parlament ein Schock sein, dass ein demokratisch gewählter Politiker seine Arbeit macht“, so Farage.

Für diese Aussage wurde der britische Politiker vom Vize-Präsidenten des Europäischen Parlaments, David-Maria Sassoli, gerügt. Farage solle etwas mehr Respekt gegenüber den Institutionen der EU zeigen. Dieser erwiderte: „Es ist die nicht demokratisch gewählte Kommission, die das Recht hat, Gesetze vorzuschlagen. Und wenn das nicht stimmt, dann können sie mich jetzt und hier aus dem Parlament schmeißen!“

Zudem warf Farage den EU-Politikern in Straßburg „Scheinheiligkeit“ und „Anti-Amerikanismus“ im Verhältnis zu dem neuen US-Präsidenten vor.

Farage fragte die Anwesenden: 

Wo waren Sie als Obama im Jahr 2011 jedem Iraker für sechs Monate verboten hat ins Land zu kommen? Warum höre ich in dieser Kammer oder dieser Kommission keine Kritik über Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und andere, die sich weigerten, auch nur einen einzigen Flüchtling oder Vertriebenen aus Syrien aufzunehmen? Und wie kann es sein, dass am vergangenen Freitag, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, kein einziger von Ihnen die 16 Länder der Welt kritisierte, die israelischen Juden verboten, Urlaub in ihrem Land zu machen? Was soll diese Heuchelei?“

Am Ende seiner Rede schlug der EU-Kritiker vor, US-Präsident Donald Trump in das Europäische Parlament einzuladen. Man solle mit ihm „einen offenen Dialog“ führen. Es seien ja alle in der Kommission Demokraten, meint Farage. Sollten sie aber diesen Vorschlag nicht annehmen, dann seien die Anwesenden nichts anderes als „antidemokratische Zeloten“.

Stiller Protest der Opposition: „He’s lying to you“

Während Farage seine Brandrede hielt, protestierte im Hintergrund ein Abgeordneter der britischen Labour-Party, Seb Dance. Er hielt ein Blatt Papier hoch, auf dem stand: „He’s lying to you“, er lügt euch an. Neben den Worten war ein Pfeil gezeichnet, der in Richtung von Nigel Farage zeigte.

Später äußerte sich der Labour-Abgeordnete zu seiner Aktion. Wie RT berichtet sagte er: „Wir hatten heute wenig Zeit, das war der einzige Weg des Protests“. Es störe ihn, dass der Populismus so wenig in Frage gestellt werde.