„Der Bürgersteig ist in Urin getränkt“: Pariser drohen mit Hungerstreik wegen wilder Migrantenlager

Unhaltbare Zustände im Norden von Paris: Hunderte Migranten schlafen auf der Straße. "Der Bürgersteig ist manchmal in Urin getränkt", beklagt der Sprecher eines Nachbarschaftsverbandes. Zudem gebe es Übergriffe auf einheimische Frauen.

In Paris schlafen Hunderte Migranten auf der Straße. Jetzt drohen die Bewohner eines betroffenen Viertels im Norden der Stadt mit einem Hungerstreik – sollten die Behörden die verwahrlosten Straßencamps nicht umgehend entfernen, wie „The Telegraph“ berichtete.

Zudem fordern sie die Verlegung des Zentrums zur Bearbeitung von Asylanträgen in ihrer Nachbarschaft. Dies sei ein Magnet für Migranten.

Die Einheimischen beschuldigen die Ausländer auch, dort Frauen zu belästigen und Kämpfe anzufangen. Die Anlaufstelle für die Asylsuchenden wird von der Wohltätigkeitsorganisation Terre d’Asile mit staatlicher Unterstützung geführt.

„Der Bürgersteig ist in Urin getränkt“

In den vergangenen zwei Jahren räumte die Polizei immer wieder wilde Migrantenlager im Norden der französischen Hauptstadt. Doch ohne langfristigen Erfolg. Die Asylsuchenden kehrten binnen Tagen und Wochen wieder an die Brennpunkte zurück. Für die Einheimischen ein unhaltbarer Zustand.

„Der Bürgersteig ist manchmal in Urin getränkt und die Straßen werden nicht jeden Tag gereinigt. Einige Leute haben ihre Wohnungen zu Schleuderpreisen verkauft, andere haben schon psychische Störungen erlitten,“ beklagt Pierre Vuarin, Sprecher eines Nachbarschaftsverbandes, die Zustände.

Verzweifelte Einheimische kündigen Hungerstreik an

Die Einwohner sind verzweifelt: Dutzende Menschen wollen ab dem 1. Januar 2018 in einen Hungerstreik treten, sollte sich die Regierung nicht um das Problem kümmern.

Die Betroffenen wandten sich bereits in einem Brief an Präsident Emmanuel Macron. Sein Büro antwortete: Macron sei sich der „Schwierigkeiten des Zusammenlebens bewusst“, aber eine Lösung für das Problem zu finden sei Sache des Innenministeriums.

„Von uns kann nicht erwartet werden, dass wir die Slums in Paris tolerieren“, sagt Alexandra Cordebard, die Bezirksbürgermeisterin der Zeitung. Die Regierung habe versprochen, das Asylzentrum bis zum Ende des Jahres zuzusperren.

Der Leiter der Wohltätigkeitsorganisation, die das Zentrum leitet, räumte ein, dass „die Situation auf den Straßen eine Schande“ sei. Pierre Henry fügte aber hinzu, dass die Polizei für die Aufrechterhaltung der Ordnung verantwortlich sei.

Unterdessen werfen linke Gruppen den einheimischen Frauen vor, das Problem der sexuellen Belästigung durch Migranten „zu übertreiben“. (so)