Die Situation „ist ernst“ – Zahl der radikalisierten Muslime in Schweden auf „tausende“ angewachsen

Die Zahl der radikalisierten Muslime in Schweden wächst schnell. Die islamistischen Extremisten kommen meist aus Nordafrika, dem Nahen Osten und Somalia.

In Schweden gibt es nach Angaben der Sicherheitsbehörden deutlich mehr radikalisierte Islamisten als zu Beginn des Jahrzehnts.

Die Zahl sei von rund 200 im Jahr 2010 auf „tausende“ angewachsen, sagte der Chef des Inlandsgeheimdienstes Säpo, Anders Thornberg, am Freitag der Nachrichtenagentur TT. Die Situation sei „ernst“, sagte Thornberg. Gleichwohl sei nur eine handvoll der Extremisten dazu in der Lage, einen Anschlag vorzubereiten.

Die gestiegene Zahl der radikalisierten Muslime sei „die neue Normalität“ und eine „historische Herausforderung“, sagte der Säpo-Chef. Als Grund für den Anstieg nannte er vor allem die Propaganda der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die unterschiedliche Gruppen von Islamisten vereint hat. In der Vergangenheit habe es radikalisierte Extremisten aus Nordafrika, dem Nahen Osten und Somalia gegeben, „aber sie waren alle getrennt“, sagte Thornberg.

Monatlich bekomme die Säpo rund 6000 Hinweise auf Terrorismus und Extremismus, sagte der Chef des schwedischen Inlandsgeheimdienstes weiter. 2012 seien es 2000 Hinweise pro Monat gewesen.

Anfang April wurde Schweden von einem mutmaßlich islamistischen Anschlag erschüttert. Ein Usbeke mit Sympathien für den IS und andere Extremistengruppen fuhr mit einem gestohlenen Lastwagen durch eine Einkaufsstraße in Stockholm und tötete fünf Menschen, 15 weitere wurden verletzt. (afp)