Eklat nach Todes-Posting: Neue Äußerungenen von Gabalier, seinem Management und SPÖ-Baumgärtel

Der Eklat um die indirekten Todeswünsche des SPÖ-Politikers Christoph Baumgärtel gegenüber Austria-Superstar Andreas Gabalier, geht in die nächste Runde. Nach dem Shitstorm auf Baumgärtels Bemerkung und der Ankündigung einer Anzeige durch FPÖ-Wien-Stadtrat Mahdalik, äußerten sich jetzt sowohl Gabalier und sein Management als auch Baumgärtel auf Facebook zu dem weitere Kreise ziehenden Vorfall.

Alles fing an mit Baumgärtels Todes-Posting mit einer vergleichenden Anspielung auf den durch Selbstmord gestorbenen Nirvana-Sänger Kurt Cobain. Der Politiker schrieb: „Da hat sich eindeutig der Falsche erschossen …“ Neben einem Shitstorm im Netz und in den Medien, bekam Baumgärtel auch eine Antwort vom Wiener FPÖ-Stadtrat Toni Mahdalik. Dieser kündigte eine Anzeige wegen des Verdachts der Verhetzung an.

Jetzt meldete sich auch Andreas Gabalier auf Facebook zu Baumgärtels „Hate Speech“-Posting, in welchem dem Musiker „sinngemäß geraten wird, sich selbst zu erschießen“.

Es ist unerträglich, wenn ein Arzt und SPÖ-Funktionär einem Musiker, der in seiner Familie schwere ähnliche Schicksalsschläge erleiden musste, empfiehlt, seinem Leben ein Ende zu setzen“.

(A. Gabalier, Musiker)

Gabalier, der in seinem Song „Amoi seg’ ma uns wieder“, den Selbstmord seines Vaters (2006) und seiner jüngeren Schwester (2008) verarbeitet, empfindet Baumgärtels Anspielung als „nicht tolerierbar und böse“. Das Management und er als Künstler würden mit allen rechtlichen Mitteln gegen diese Art der Kommunikation vorgehen. Außerdem würden sie mit ihren Konzerten und Veranstaltungen Arbeitsplätze schaffen und „in diesem Land extrem viele Steuern“ zahlen.

Wort und Tat – Politik und Leben

Zu Baumgärtel gewandt, postete Gabalier auf seinem Facebook-Profil auch eine Frage, welche die politische Integrität des SPÖ-Manns infrage stellt. Der Musiker fragte sich angesichts Baumgärtels veröffentlichter „Politischer Mission“, ob dieser Text auf seiner Webseite wirklich von ihm verfasst worden sei. Bislang hat Baumgärtel noch nicht geantwortet.

Baumgärtel indes reagierte auf die Pressemeldungen um seine Facebook-Entgleisung damit, seine musikalische Meinung zu Gabalier mit seiner politischen Überzeugung zu vermischen und den „FPÖ-nahen Musiker Andreas Gabalier“, so Baumgärtel, als „Gesamtpaket“ abzulehnen. Zugleich distanzierte sich der SPÖ-Politiker von seinen eigenen „zweideutigen Aussagen“.

Gabalier als erster Österreicher bei „MTV Unplugged“

Andreas Gabalier gehört zu den absoluten Top-Stars im Schlager-Geschäft. Der „Volks-Rock ’n Roller“ produzierte bereits fünf Nummer-1-Alben in Österreich, verkaufte zwei Millionen CDs, und erhielt einen Bambi als „Shooting Star“.

Als erster Österreicher überhaupt wurde der 31-Jährige Gabalier zu „MTV Unplugged“ eingeladen. Nur die größten des Show-Biz durften bisher bei der Konzertreihe auftreten: Nirvana, Bob Dylan & Co. In diesem Jahr wird auch Gabalier dabei sein.

Zur Einladung zu den „MTV Unplugged“ am 14. September im Odeon Theater in Wien sagte Gabalier: „Für mich ist es eine besondere Herzensangelegenheit und die Erfüllung eines Traumes.“

Christoph Baumgärtel, der SPÖ-Politiker, beleidigte in diesem Zusammenhang den steirischen „Volks-Rock ’n‘ Roller“ als „Vollpfosten“ und behauptete, dass die „absolute Mehrheit der Österreicher“ sich bei dessen Musik „ankotzen“ würde.

FPÖ-Chef Heinz Christian Strache scheint Gabaliers Musik jedenfalls zu mögen. Er bezeichnete ihn in einem Posting als einen „großen österreichischen Musiker“ mit herausragenden Leistungen. „Die absolute Mehrheit der Österreicher freut sich sicher aufrichtig über seinen großen Erfolg“, so Strache auf Facebook.

Auch beim Kitzbühel Musikfestival 2016  jubelten am 20. August die Besucher dem rockigen Volksmusiker frenetisch zu. Hier bekannte sich Gabalier auch zu seinen Ecken und Kanten, die wohl so manchem „Weichgespülten“, wie der Musiker wohl sagen würde, ein Dorn im Auge sind.

Siehe auch:

Todes-Posting gegen Andreas Gabalier: FPÖ zeigt SPÖ-Politiker wegen „Verhetzung“ an

Politische Entgleisung: SPÖ-Politiker nennt Gabalier „Vollpfosten” – bei seiner Musik „kotzt sich Österreich an”