Brüssel: EU-Kommission erlaubt deutsche Grenzkontrollen nur noch bis nach der Bundestagswahl

Bis November soll Deutschland und vier andere Länder die Grenzkontrollen "schrittweise auslaufen lassen" und Alternativen wie Polizeikontrollen auf Autobahnen nutzen, meinte heute der EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos.

Die EU-Kommission erlaubt Deutschland die wegen der Flüchtlingskrise eingeführten Grenzkontrollen noch bis nach der Bundestagswahl.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos erklärte am Dienstag in Brüssel, die Kontrollen durch insgesamt fünf Staaten des Schengenraums könnten „ein letztes Mal“ bis November verlängert werden.

In den kommenden sechs Monaten sollten die Länder die Grenzkontrollen aber bereits „schrittweise auslaufen lassen“ und Alternativen wie Polizeikontrollen auf Autobahnen nutzen.

Deutschland hatte wegen der hohen Flüchtlingszahlen im September 2015 als erstes Schengen-Land Kontrollen an der Grenze Bayerns zu Österreich eingeführt. Es folgten Österreich, Dänemark, Schweden und Norwegen.

Die EU-Kommission hatte die Kontrollen eigentlich schon Ende vergangenen Jahres beenden wollen, um zur Reisefreiheit ohne Kontrollen im Schengenraum zurückzukehren.

Sie erklärte dann aber Ende Januar, der Zeitpunkt dafür sei „trotz einer allmählichen Stabilisierung der Lage“ noch nicht gekommen. Nun hieß es, die weitere Verlängerung sei „als Vorsichtsmaßnahme“ genehmigt worden.

Bei Terrorgefahr: Zustimmung der Kommission nicht mehr nötig

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte schon vor Monaten deutlich gemacht, dass er die Kontrollen über den Mai hinaus verlängern will.

Er nannte dabei auch die Möglichkeit, sie künftig nicht mehr mit der Flüchtlingskrise, sondern mit der Terrorgefahr zu begründen. Dann wäre eine Zustimmung der Kommission für die Verlängerung nicht mehr nötig. (afp)