Familiennachzug in Dänemark: Syrer hat 20 Kinder und 3 Frauen – Oppositionspolitiker fordert neues Asylsystem

Daham Al Hasan ist 47 Jahre alt. Im Jahr 2014 flüchtete er mit seiner Frau und acht Kindern aus Syrien nach Dänemark. Doch der Syrer hat noch weitere zwei Frauen in seiner Heimat und weitere zwölf Kinder. Auch diese möchte er jetzt nach Dänemark holen. Für seine 20 Kinder kann er allerdings nicht selber sorgen, er ist zu krank zum Arbeiten.

Wie die britische "Express" schreibt, sagte Al Hasan: "Ich habe nicht nur psychische, sondern auch körperliche Probleme, ich habe Rückenschmerzen und meine Beine tun weh."

Dänisch kann er nach zwei Jahren im Land auch nicht sprechen, einen Sprachkurs könne er wegen seiner körperlichen Probleme nicht machen.

Kritik an der "faulen Haltung" des Syrers kam indes auch von Naser Khader, Mitglied im dänischen Parlament und Integrationssprecher der Konservativen Volkspartei. Sein Vater emigrierte 1969 aus Syrien nach Dänemark, fünf Jahre später kamen seine Frau und die fünf Kinder nach.

"Wir brauchen ein neues Asylsystem"

In der ältesten (1749) heute noch erscheinenden dänischen Tageszeitung "Berlingske" forderte Khader eine Diskussion über den Fall. Der Mann erwarte von der "dänischen Gesellschaft finanzielle Unterstützung, Wohlfahrt, Gesundheit und Bildung", wolle aber kein Dänisch lernen und beabsichtige "auf der Couch zu bleiben".

Der Politiker glaubt, dass Al Hasans Haltung die Unterstützung der Bevölkerung untergrabe, Flüchtlingen zu helfen.

Doch im Grunde genommen hätte Daham Al Hasan keine Regeln gebrochen, so der Politiker, wenn seine Aussagen über seine Krankheit und die Kinder der Wahrheit entsprächen.

Seine Partei werde sich für einen Resolutionsentwurf einsetzen, das Kindergeld auf drei Kinder zu begrenzen, unabhängig von der Größe der Kinderschar. Ohne eine Begrenzung würde Daham Al Hasan über 200.000 DKK (ca. 27.000 Euro) pro Jahr Kindergeld bekommen.

Naser Khader kommt zu der Erkenntnis, dass man jetzt "außerhalb der Box" denken müsse. Man brauche ein neues Asylsystem. Das derzeitige funktioniere nicht, da es Leute wie Al Hasan einschließe. Dänemark müsse bei Bedarf die Grenzen schließen können und die Anzahl der Kontingentflüchtlinge erhöhen und diese dann in der unmittelbaren Umgebung suchen.

Khader sprach von einer syrischen Witwe mit drei Kindern, die er im Libanon getroffen habe und die, um zu überleben, auf der Straße Kaugummi und Kleenex verkauft habe. Solche Leute hätten es seiner Meinung nach verdient, von den dänischen Behörden aus den Lagern geholt zu werden. 

Khader im Gespräch mit Daham Al Hasan

Als Naser Khader Daham Al Hasan traf, sprach er mit ihm per Übersetzer, obwohl Khader selbst Arabisch versteht, und achtete genau auf die arabischen Worte des Mannes. Der Politiker stellte nach dem Gespräch klar, dass er den Mann als "nicht sehr glaubwürdig" empfand. Viele seiner Erklärungen seien "im Nebel verloren".

Der Politiker sagte, dass es ja Al Hasans Wahl gewesen sei, drei Ehefrauen und 20 Kinder zu haben. Khader empfinde es mit seinem Wissen von Syrien als sehr ungewöhnlich, drei Frauen zu haben. Da es in Syrien kein Sozialsystem gebe, müsse der Mensch sich dort selbst um seine Familie sorgen.

Doch Daham Al Hasan, der seinen Job in Syrien mit Bauarbeiter und Zimmermann angab, hatte einen Großteil seiner Familie dort vor zwei Jahren zurückgelassen, offenbar weil das gesparte Geld nicht für die Flucht aller ausgereicht hatte. Ursprünglich wollte er nach Schweden, weil er gehört hatte, dass man dort nach drei Monaten eine Familienzusammenführung machen könne.

Wie Khader in der "Berlingske" berichtete, sei Al Hasans Fluchtgrund aus "Bomben und einer unsicheren Gegend" sehr vage gewesen. Naser Khader fragte ihn, wie er sich sein Leben in Dänemark in fünf Jahren vorstelle, worauf der Mann wieder sehr ausweichend reagierte, was den Politiker zu der Vermutung führte, dass er im Grunde genommen den Vorruhestand und die "vollständig mögliche Umarmung der öffentlichen Unterstützung" wolle.

Dänemark – Quo Vadis?

Der Integrationssprecher der Konservativen Partei erklärte, er kümmere sich um Syrien und um die syrischen Flüchtlinge, aber er kümmere sich auch um Dänemark und wolle dazu beitragen. Er freue sich über jene, die kommen und zu Dänemark beitragen wollen, aber er bekomme "rote Beulen", wenn er den Betrug und Missbrauch des Systems sehe. Deshalb sei er in dieser Frage hart. Es gehe nicht um die Hautfarbe oder darum, nicht dänisch zu sein.

Er forderte die Behörden auf, im Fall Al Hasan gründlich zu untersuchen – die Ankunft in Dänemark, den Hintergrund der Flucht, die ärztlichen Bescheinigungen usw.

Man müsse denjenigen helfen, die es wirklich bräuchten, aber "wir brauchen keinen Narren", so Naser Khader.

Übrigens: Die Behörden genehmigten dem Syrer, seine restlichen zwölf Kinder und zwei Frauen nachzuholen. (sm)