"Merkel, wo bist du? Merkel, hilf uns!"

Faymann fordert: Deutschland soll Flüchtlinge direkt aus Griechenland holen - "Österreich ist kein Warteraum"

Epoch Times, Mittwoch, 2. März 2016 09:29
Österreich lehnt es entschieden ab, in der Flüchtlingskrise zum Warteraum Deutschlands zu werden. Deutschland solle die Flüchtlinge künftig direkt aus Griechenland oder den Nachbarstaaten Syriens übernehmen. Für die Alpenrepublik sei die Grenze des Machbaren erreicht.
Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel
Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel
Foto: TOBIAS SCHWARZ/Getty Images

Die Flüchtlingslage in Österreich wird zusehends schwieriger. Tausende Menschen werden täglich von Griechenland nach Österreich durchgewunken, die alle nach Deutschland wollen. Deutschland übernimmt die Einwanderer jedoch nicht sofort, sondern macht Österreich zu einem "Warteraum", oder es schickt sie von der Grenze wieder zurück in die Alpenrepublik. Deshalb fordert der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann von Deutschland nun die Flüchtlinge aus Griechenland oder den Nachbarstaaten Syriens direkt aufzunehmen.

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"Es sollte eine Tagesquote festlegen – und nach dieser Flüchtlinge direkt von Griechenland, der Türkei oder Jordanien nach Deutschland bringen", sagte Faymann, berichten die "Deutschen Wirtschafts Nachrichten".

Er schlug dafür Durchreise-Zertifikate vor. "So ist die Verteilung auch vorgesehen. Österreich kann und darf nicht zur Verteilstelle werden. Damit muss Schluss sein. Wenn Schengen funktionieren soll, was wir wollen, geht es nicht, dass Flüchtlinge von Griechenland bis Österreich durchgewunken werden." Damit sei Österreich "in einer Doppelmühle," so der Kanzler.

Für die Alpenrepublik sei es untragbar, "dass täglich mehrere Tausend Menschen durchgewunken werden, andererseits lässt uns Deutschland wissen, dass es heute nur 1000 oder 2000 oder einen ins Land lässt".

Einerseits weigert sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Grenzen zu schließen, andererseits schickt Deutschland die Wirtschaftsflüchtlinge seit Anfang des Jahres nach Österreich zurück. Merkel fordert eine europäische Lösung, der viele EU-Mitgliedsstaaten jedoch nicht zustimmen. Auch Österreich machte seine Grenzen kurzzeitig dicht.

Durch die Uneinigkeit innerhalb der EU wird die Lage in Griechenland als Erstaufnahmeland immer schwieriger. Am Montag setzte Mazedonien bereits Tränengas gegen Flüchtlinge ein, die die Grenze mit Gewalt stürmen wollen.

"Bei Idomeni durften in der Nacht zu Montag nur 300 Syrer und Iraker nach Mazedonien einreisen. Afghanen dürfen seit einer Woche gar nicht mehr passieren. Nach Angaben der griechischen Polizei harrten in Idomeni zuletzt 6500 Menschen aus. Wütende Flüchtlinge riefen: 'Merkel, wo bist du? Merkel, hilf uns!‚' berichten DWN. 

Österreichs Kanzler meinte, dass die Migranten an der EU-Außengrenze verteilt werden müssten - in Griechenland und Italien. Er sagte: "Man kann die Menschen nicht 2000 Kilometer weiterziehen lassen – und Österreich zum Warteraum für Deutschland machen. Dagegen wehren wir uns massiv." (so) 

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