Flüchtlingskrise in Salzburg spitzt sich zu: Hunderte übernachten im Freien

Weil der Zustrom von Migranten einfach nicht nachlässt, hat die Stadt Salzburg gestern Alarm geschlagen: "Die Lage spitzt sich dramatisch zu!“, hieß es auf der Website der Stadt an der österreichisch-bayerischen Grenze.

Sogar eine Sperrung des Bahnverkehrs aus Sicherheitsgründen wurde in Salzburg erwogen, weil der ganze Bahnhof voller Migranten ist. Zu der Sperrung kam es jedoch nicht, berichtete Krone.at.

Die Stadt schrieb: "Der Zustrom von Flüchtlingen hält an, die Notquartiere an den drei ‚Hotspots‘ Grenze, Autobahnmeisterei und Tiefgarage sind voll ausgelastet. Derzeit halten sich in der Bahnhofshalle etwa 150 Flüchtlinge auf, weitere etwa 300 Menschen harren in der Lastenstrasse im Freien und unversorgt aus. Diese Flüchtlinge müssen im Bahnhofsbereich untergebracht werden.“
„Aus Sicherheitsgründen“ erwog man eine Sperre des Bahnhofs und des Bahnverkehrs, weil Fluchtwege frei bleiben müssen. Als letzte Notmaßnahme drohte eine Sperre des Bahnverkehrs – "aus Sicherheitsgründen." Zu der befürchteten Sperre kam es vorerst nicht. Problematisch ist die Situation jedoch, weil jederzeit neue Menschen eintreffen können.
Deutschland stoppte kurzzeitig Aufnahme
Am Donnerstag Nachmittag hatte Deutschland kurzfristig die Aufnahme von Migranten für mehrere Stunden völlig eingestellt, was die Überlastung in Salzburg verstärkte.
Helfer versuchten, Essen und Decken für die Gestrandeten zu organisieren. Rund 450 Menschen mussten die Nacht in der Bahnhofshalle verbringen. Für 30 bis 40 kleine Kinder versuchte die Stadt ein Notquartier in der Bahnhofstiefgarage einzurichten.
Österreich ist mit seinen Problemen nicht allein: Auch in Deutschland wird die Situation durch mangelnde Unterkünfte kritisch: Die Berliner Charitas-Direktorin Ulrike Kostka sagte angesichts der humanitären Notlage von Migranten in Berlin: „Wir können nicht mehr ausschließen, dass Menschen sterben" . In Deutschland lebten Anfang Oktober etwa 42.000 Migranten in unbeheizten Zelten. (rf)
Mehr dazu unter: Flüchtlingsdrama vor LaGeSo-Berlin