Gewerkschaften drohen mit „finsterer EURO“: Frankreich brennt – Nur zwei Wochen vor der EM

Frankreich brennt - und das nur zwei Woche vor Beginn der EM 2016. Die Gewerkschaften rufen wegen der umstrittenen Arbeitsreform auch im Juni zu weiteren Streiks auf. Sie wollen nicht aufgeben, was die EM ins Wanken bringen könnte.

In Frankreich herrscht das Chaos und ein Ende ist nicht in Sicht: Die Regierung unter Staatschef François Hollande setzt sich für eine umstrittene Arbeitsreform ein, die beim Großteil der Bevölkerung auf Widerstand stößt. Hollande hält aber vehement an der Reform fest, was zur Eskalation der schon seit Monaten angespannten politischen Lage in Frankreich geführt hat. 

Schon seit zwei Monaten kommt es täglich zu Protesten.

Die Gewerkschaften riefen zum Arbeiterkampf auf und stellten mittlerweile bei allen 19 Atomkraftwerken Barrikaden auf. Aus Sicherheitsgründen wird dort die Stromproduktion heruntergefahren. Die Gewerkschaften nehmen damit einen besonders wichtigen Sektor ins Visier, denn Frankreich ist in hohem Maße von der Atomkraft abhängig.

Auch Raffinerien und Tankstellen sind von den Streiks betroffen, es herrscht bereits Energienotstand. Die Gewerkschaften lassen aber nicht locker, sie wollen mittels der großangelegten Streiks die sozialistische Regierung in die Knie zwingen. Das Ziel der kämpfenden Gewerkschaften ist es die Energieversorgung gänzlich zu blockieren.

Auswirkungen auf die EM

Und das alles nur zwei Wochen vor Beginn der EM 2016. Die Fußballmeisterschaft ist wegen der Terrorgefahr in Frankreich ohnehin schon eine logistische Herausforderung für die französischen Sicherheitskräfte, die durch die aktuellen Streiks schon bis auf das äußerste strapaziert sind. 

Sollten die Streiks andauern, droht der EM ein gigantisches Verkehrschaos und ein Erliegen des öffentlichen Lebens. Bislang ist unklar, ob die Gewerkschaften auch während der EM zum Kampf gegen die Arbeitsreform aufrufen wollen.

Aktuell kann aber davon ausgegangen werden. Der Konflikt mit der Regierung scheint unlösbar und spitzt sich täglich weiter zu. Die Gewerkschaften drohten bereits mit "Chaos" und einer "finsteren EURO". Ab 2. Juni sollen die Streiks auch auf Flughäfen sowie der Staatsbahn und der Pariser Metro ausgeweitet werden.

In Frankreich werden Streiks anders ausgetragen als in Deutschland. Dort wird bei Arbeitskämpfen oftmals zu äußerst harten Mitteln gegriffen. Es wird auch keine Rücksicht auf wirtschaftliche Verluste und den Schaden für die Gesellschaft genommen. 

Arbeitsreform: "Verrat an Errungenschaften der Arbeiterbewegung"

Die französische Arbeitsreform ist ähnlich wie die deutsche "Agenda 2010". Mit dieser Reform hat die französische Regierung große Teile der Bevölkerung gegen sich aufgebracht. Durch die Reform sollen Arbeitgeber ermuntert werden, neue Jobs zu schaffen und Investitionen zu tätigen, zumindest heißt es das von Seiten der Regierung.

Aber nicht nur das Volk protestiert, sondern auch Frankreichs Sozialisten sind gespalten. Erst spät hat sich der Reformflügel in der Regierung durchgesetzt, die Linken sehen das als Verrat an den Errungenschaften der Arbeiterbewegung und als Kapitulation vor dem Neoliberalismus.

Am Donnerstag kam erneut zu landesweiten Protesten im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und die Arbeitsreform. Dabei kam es in Paris erneut zu gewaltsamen Zwischenfällen. Dutzende gewaltbereite Demonstranten bewarfen die Einsatzkräfte mit Flaschen, die mit Tränengas antworteten. Bei den Randalen wurden laut verschiedenen Medienberichten mehrere Menschen verletzt. (so) 

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