14 neue griechische Auffanglager diese Woche geplant

Griechenland auf dem Weg in die europäische Isolation?

Epoch Times, Montag, 7. März 2016 15:08
Der Balkan ist zu und Griechenland droht zum Auffanglager Europas zu werden. Ziel der derzeitigen EU-Grenzpolitik ist es, die Öffnung der Binnengrenzen wieder zu realisieren und damit die Regeln des Schengen-Abkommens wieder in Kraft treten zu lassen.
Foto: LOUISA GOULIAMAKI/AFP/Getty Images

Seit dem Schließen der Balkanroute stauen sich die neuankommenden Flüchtlinge und Migranten in Griechenland. Die Zeit des "Durchwinkens" nach Deutschland soll nun vorbei sein und das Schengen-Abkommen soll wieder in Kraft.

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Auch die Durchführung des Dublin-Abkommens soll wieder sichergestellt werden. Somit wäre jenes Land für die Asylverfahren zuständig, in dem die Flüchtlinge erstmals EU-Boden betreten, in der Regel also Griechenland und Italien. EU-Ratspräsident Donald Tusk dürfte zufrieden sein.

Die Behörden in Griechenland waren derzeit in der Lage, etwa 1.500 Asylanträge pro Tag zu bearbeiten, verlautete es noch vor Kurzem aus Athen. Dem gegenüber standen täglich etwa 2.000 Migranten.

Doch die Situation hat sich mit der Balkan-Schließung noch einmal gründlich geändert.

Wohin mit dem Menschen?

Nun sollen in dieser Woche 14 neue Auffanglager eröffnet werden und mehr als 17.000 Menschen Schutz bieten, berichtete die "Passauer Neue Presse" mit Bezug auf die griechische Tageszeitung "Kathimerini".

Derzeit sollen sich laut Krisenstab Athens rund 33.000 Flüchtlinge und Migranten im Mittelmeerstaat aufhalten. Wie die PNP schreibt gehe das Rote Kreuz sogar von mehr als 50.000 Menschen aus.

Halbherzige Umsiedlungsprogramme der EU

Die EU will Griechenland mit Umsiedlungsprogrammen unter die Arme greifen. Dieser Plan sollte eigentlich schon seit Monaten greifen. Inhaltlich wurde Griechenland, teilweise auf freiwilligen Zusagen beruhend, zugesagt, 120.000 Migranten durch die EU-Partner abzunehmen, schreibt die "Welt".

Hätte die EU dieses Programm seit Anfang Dezember konsequent umgesetzt, wäre das zugesagte Limit derzeit bereits aufgebraucht, so das Blatt.

Vielleicht wird die EU Griechenland mit finanziellen Zuwendungen unterstützen und mit Hilfe der UNO weitere Flüchtlingslager errichten. In jedem Fall wird das neue "europäische Auffanglager" in gewisser Weise isoliert sein.

Die "Welt" vergleicht Griechenland schon mit dem winzigen Inselstaat Nauru: "Griechenland könnte so zum Nauru Europas werden. Auf Nauru, einer winzigen Insel im Pazifischen Ozean, bringt Australien auf eigene Kosten illegale Migranten unter."

Auch die griechische Regierung findet diese Lösung unattraktiv. Wie dessen Migrationsminister Ioannis Mouzalas zuletzt anprangerte, wolle Griechenland nicht "zu einem Libanon Europas" werden. (sm)

Siehe auch:

EU-Krisengipfel: Europa will Flüchtlinge abschrecken - "Die Balkanroute ist geschlossen"



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