Klartext von Red Bull-Chef gegen offene Grenzen und Political Correctness

Millionen Menschen werden in Zukunft nach Europa drängen – davon geht „Red Bull“-Gründer Dietrich Mateschitz aus. In einem Interview rechnet er scharf mit politischer Korrektheit und Scheinheiligkeit ab.

Gestern erschien in der „Kleinen Zeitung“ ein aufsehenerregendes Interview mit Dietrich Mateschitz, dem Gründer von „Red Bull“. Österreichs reichster Mann sprach darin Klartext, über Dinge, die ihm politisch gegen den Strich gehen.

„Zum Beispiel das unverzeihliche Ausmaß der politischen Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen bei der Nichtbewältigung der Flüchtlingswelle oder, besser gesagt, der Auswanderungswelle. Ich glaube nicht, dass es ein klarer Ausdruck politischen Willens war, die Grenzen unkontrolliert offen zu lassen. Man hat aus Angst und politischer Opportunität so entschieden. Schon damals war für jedermann erkennbar, dass der Großteil der Menschen nicht der Definition des Flüchtlings entsprach. Jedenfalls nicht der der Genfer Konvention.“

„Man muss von Anfang an richtig und vorausdenkend entscheiden“, sagt Mateschitz. „Würde man in einem Unternehmen Fehlentscheidungen dieser Tragweite treffen, wäre man in Kürze pleite.“

Und zur Darstellung, dass die Migrationskrise plötzlich über Europa hereinbrach, meint er:

Wie konnte die Politik überrascht gewesen sein? Man muss blind und taub gewesen sein, um nicht zu sehen, was da auf uns zukommt. Und selbstverständlich hätte man die Grenzen schließen und ordentlich kontrollieren müssen, gar keine Frage. Erinnern Sie sich, wie sehr man am Anfang die osteuropäischen Staaten für ihre Haltung kritisiert hat? Ein paar Monate später haben unsere Politiker alles genauso gemacht. Mit dem einzigen Unterschied, dass man im Duden nach einem anderen Wort für Zaun gesucht hat.“

Dass Österreichs Rot-schwarze Regierung nun versucht, eine 180-Grad-Wende in Sachen Asyl hinzubekommen „war zu erwarten“, meint Mateschitz. „Weil es jetzt um die Machterhaltung der politischen Parteien geht, bevor ihnen die letzten zehn, fünfzehn Prozent der Bürger auch noch davonlaufen. Ideologischen Wert hat das keinen.“

Für den Erhalt der Kulturen

In dem Interview bezog er auch Stellung gegen eine „Destabilisierung Europas“ und für die „Einzigartigkeit unserer Vielfalt, der Individualität, der verschiedenen Kulturen, Sprachen“.

Wenn einer der höchsten Beamten in Brüssel sagt, dass Staaten mit Monokulturen von der Landkarte ausradiert gehören, dann mache hoffentlich nicht nur ich mir Sorgen. Aber es scheint schon so, dass sich niemand mehr die Wahrheit zu sagen traut, auch wenn jeder weiß, dass es die Wahrheit ist.“

Auf die Frage, wer die Schuld an der Misere trägt, sagt er:

Die Politik, die sich in politischer Correctness ergeht, und eine selbst ernannte sogenannte intellektuelle Elite, bei der man bei bestem Willen weder einen wesentlichen wirtschaftspolitischen noch einen kulturpolitischen Beitrag für unser Land erkennen kann.“

Wo sind die Willkommens-Rufer?

„Ich rede über Fakten, und ich rede über Scheinheiligkeiten. Ich rede darüber, dass keiner von denen, die „Willkommen“ oder „Wir schaffen das“ gerufen haben, sein Gästezimmer frei gemacht oder in seinem Garten ein Zelt stehen hat, in dem fünf Auswanderer wohnen können. Oder über die Grüne, die sich mit der Limousine mit dem zusammenklappbaren Fahrrad hinter das Parlament fahren lässt, dort aussteigt und die letzten Meter zum Hohen Haus radelt.“

Alle Ressourcen sind endlich

„Es gibt bei allem eine kritische Masse. Am Wochenende 20.000 Wanderer und Mountainbiker im Nationalpark Hohe Tauern, das geht. Da rücken die Gämsen halt zusammen. Wenn du aus den 20.000 aber 200.000 machst oder gar zwei Millionen, dann geht das Ganze kaputt. Wir müssen verstehen, dass nicht nur die Naturregionen endlich sind, sondern alle Ressourcen, Energie, Wasser, Lebensmittel, Luft, medizinische Versorgung, alles, auch die Erde selbst. Ich rede hier nicht über Flüchtlinge nach der Genfer Konvention. Ich rede darüber, was man schon seit Langem klar erkennen und erwarten muss: die ganz großen Auswanderungsströme und Völkerwanderungen auf dem gesamten Erdball. Es werden viele Hunderte Millionen von Menschen in einen für sie besseren Lebensraum wollen, wo es noch Trinkwasser gibt, eine intakte Natur und wo Menschenrechte gelten. Und das ist dann politisch nicht mehr regulierbar – außer man wirkt rechtzeitig den Ursachen entgegen.“

Seine politische Haltung beschreibt Mateschitz wie folgt: „Ich bin Humanist, Kosmopolit, Pazifist und Individualist. Und ich bin jemand, der sich grundsätzlich jedem Meinungsdiktat widersetzt. Egal woher es kommt.“ Er brauche niemanden, „der mir sagt, wer meine Feinde sind.“

Das originale Interview ist ein Plus-Inhalt der „Kleinen Zeitung“. Die hier wiedergegebenen Zitate stammen aus „Kurier“,„Wochenblick“ und „Unzensuriert.at“.

Mateschitz plant die Gründung eines eigenen Nachrichtenmediums, deutete er in dem Interview an.

Siehe auch:

„Es beleidigt meine Intelligenz wenn man uns für manipulierbarund blöd verkaufen will“