Marine Le Pen: Konservative Präsidentschaftsanwärter „äffen FN-Vorschläge nach“

"Wir sind mit Leuten konfrontiert, die unsere Vorschläge nachäffen, davon aber nicht im Geringsten überzeugt sind", sagte Le Pen mit Blick auf den früheren Staatschef Nicolas Sarkozy und andere Konservative.

Die Chefin der Front National (FN) in Frankreich, Marine Le Pen, hat den konservativen Präsidentschaftsanwärtern vorgeworfen, ihre politischen Vorschläge „nachzuäffen“. Le Pen griff am Mittwochabend im Sender Radio Classique insbesondere den früheren Staatschef Nicolas Sarkozy scharf an. Er mache unhaltbare Versprechen und begehe einen „Verrat“ an den Wählern. Le Pen äußerte sich vor der ersten TV-Debatte der konservativen Herausforderer am Donnerstagabend.

„Wir sind mit Leuten konfrontiert, die unsere Vorschläge nachäffen, davon aber nicht im Geringsten überzeugt sind“, sagte Le Pen mit Blick auf Sarkozy und andere Konservative. „Als sie an der Macht waren, haben sie nichts von diesen Plänen umgesetzt.“ Sarkozy hat in den vergangenen Monaten mit Forderungen nach Inhaftierungslagern für islamistische Gefährder oder hohe Barrieren für Einwanderer auf sich aufmerksam gemacht. Sein größter Konkurrent im rechten Lager, der frühere Premierminister Alain Juppé, gilt dagegen als gemäßigt.

Le Pen rechnet nach eigenen Worten fest damit, bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai in die zweite Runde zu kommen. Es spiele keine Rolle, wer gegen sie antrete, betonte die FN-Chefin. „Ich sehe keinen großen Unterschied zwischen den Kandidaten der Linken und der Rechten.“ Alle Parteien setzten auf Ultraliberalismus und die Unterwerfung unter Brüsseler Vorgaben. „Sie sind nicht daran interessiert, dem französischen Volk seine Souveränität zurückzugeben“, beklagte sie. (afp)