Migranten in Schweden desillusioniert und frustriert: „Ihr habt unser Leben ruiniert“

Das Leben in Schweden ist nicht so, wie es sich mancher Asylsuchende vorgestellt hat. In den schwedischen Medien beklagen Flüchtlinge nun die Lebensbedingungen im Land. "Wir sind Menschen und keine Tiere, die nicht essen und schlafen müssen!," klagt ein Asylbewerber aus Syrien.

Flüchtlinge und Migranten äußern sich zunehmend unzufrieden über die Lebensbedingungen in Schweden. Die Asylsuchenden hatten offenbar andere Vorstellungen vom Leben in dem nordeuropäischen Land.

Der jetzt in Schweden lebende Syrer Mohammad Jumaa schrieb in einem Meinungsartikel: „Ihr habt unser Leben ruiniert,“ berichtet das US-amerikanische Medium „Breitbart“ unter Berufung auf das schwedische Staatsfernsehen.

Jumaa und andere Migranten hätten nun ein Jahr warten müssen, um mit einem „guten und natürlichen Leben“ versorgt zu werden – was auch einen gut bezahlten Arbeitsplatz umfasse. „Wir sind Menschen und keine Tiere, die nicht essen und schlafen müssen!“, so der Asylbewerber. Jumaa wirft den Schweden vor, die Migranten „dazu zu zwingen in ärmlichen Unterbringungen zu warten“.

Viele Flüchtlinge würden den Tag, an dem sie nach Schweden kamen „verfluchen“, betont Jumaa. Er ärgere sich darüber, dass Schweden die Grenzen für Flüchtlinge öffne, wenn das Land den Neuankömmlingen nicht dabei helfen könne, „ein würdevolles, respektvolles und erfülltes Leben zu führen“. „Ich kann nicht glauben, dass ich hier in Schweden bin!“, beklagt der Syrer.

Der lange Warteprozess sei für die Asylbewerber schwer zu ertragen, fährt Jumaa fort. Warten „ist Dasselbe wie Sterben“, es „führt zu einer Menge Stress“ und „vielen negativen Gefühlen“, erklärt er.

25-jähriger Flüchtling deprimiert: Kein Haus, keine Frau

Jumaas Landsmann Mahmoud erklärte in einem am Dienstag gesendeten Interview im schwedischen Radio, dass er ein Haus brauche. Das kleine Zimmer, in dem er jetzt lebe, würde seine Chancen, eine Freundin zu finden, mindern. Der 25-Jährige betonte, höhere Erwartungen an sein Leben in Schweden zu haben.

Der aus Damaskus stammende Flüchtling sagte: „Ich hatte große Hoffnungen, ein privates Haus zu bekommen. Und dann geben sie mir diese Wohnung. Es ist wie ein Flüchtlingslager. Wo ist der Unterschied?“

Mahmoud beklagte noch nie eine Freundin gehabt zu haben: „Ich bin noch immer Jungfrau“, sagte er. „Ich sehne mich nach einer Freundin, ich suche eine Frau. Aber es ist unmöglich, wie soll ich in diesem Raum nur ein Leben führen?“

Er sei mit „großen Hoffnungen“ nach Schweden gekommen und wollte sich in dem nordeuropäischen Land ein Leben aufbauen. „Aber nun, nach einem Jahr und acht Monaten, beginne ich, die Hoffnung zu verlieren,“ so der Syrer.

Im Sommer protestierten mehr als die Hälfte der Bewohner der Wohnanlage in der Mahmoud lebt, gegen das neu gebaute modulare Gebäude. Den Behörden zufolge fühlten sich die Flüchtlinge wegen der Unterbringung in die „Irre geführt“, da sie erwartet haben, dass man ihnen eigene dauerhafte Wohnung zuweist, berichtet „Breitbart“. Die Asylbewerber wollten sich die Küche nicht untereinander teilen.

Bei einigen Asylsuchenden sei die Enttäuschung so groß gewesen, dass sie an Depressionen erkrankten und sogar Selbstmordgedanken hegten. (so)

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