Nach Angriffen auf Kollegen: Französische Polizisten protestieren auf Pariser Champs-Elysées

Mit Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht behinderten sie zeitweise den Autoverkehr. "Wir können nicht mehr", sagte ein Polizist.

Hunderte Polizisten haben auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées gegen schlechte Arbeitsbedingungen und Angriffe auf Kollegen protestiert. Die in Zivil gekleideten Beamten versammelten sich in der Nacht auf Dienstag am Triumphbogen und auf den Champs-Elysées, wie ein AFP-Journalist berichtete. Mit Streifenwagen mit eingeschaltetem Blaulicht behinderten sie zeitweise den Autoverkehr. „Wir können nicht mehr“, sagte ein Polizist.

Die Demonstration hatte am späten Montagabend vor einem Pariser Krankenhaus begonnen. Dort wird aktuell ein bei einer Attacke mit einem Molotow-Cocktail schwer verletzter Polizist behandelt. Anschließend zogen die protestierenden Polizisten zu den Champs-Elysées.

Polizisten beklagen gewalttätige Angriffe auf Kollegen

Französische Polizisten beklagen schon seit längerem gewalttätige Angriffe auf Kollegen und schwierige Arbeitsbedingungen. Für Entsetzen sorgte dann eine Attacke auf Polizisten im Pariser Vorort Viry-Châtillon am 8. Oktober. Vermummte griffen zwei Polizeiautos mit Molotow-Cocktails an. Zwei Polizisten wurden schwer verletzt, einer von ihnen schwebt nach wie vor in Lebensgefahr.

Drei Tage nach dem Angriff versammelten sich hunderte Polizisten in Kommissariaten im ganzen Land. Sie forderten mehr Mittel für die Polizei und verlangten ein härteres Durchgreifen der Justiz. (afp/dk)