Nach Festnahme von Terrorverdächtigem – Slowakei warnt vor Islamisten aus Österreich  

Die Festnahme eines terrorverdächtigen Islamisten in Österreich löst Besorgnis in der Slowakei aus. Die "gefährliche Konzentration" islamistischer Extremisten in Österreich stelle auch für die Slowakei ein "potenzielles Sicherheitsrisiko" dar, warnt ein slowakischer Sicherheitsexperte.

In Wien wurde am Freitag ein 17-Jähriger wegen Terrorverdacht von der österreichischen Polizei festgenommen. Der mutmaßliche Islamist soll in der Hauptstadt einen Anschlag geplant haben. Offenbar hatte er Kontakt zu einem 21-Jährigen, der später im nordrhein-westfälischen Neuss festgenommen wurde.

Nach dem Vorfall sprach sich der österreichische Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) laut APA dafür aus, entschiedener gegen „politischen Islamismus“ vorzugehen. Aus Österreich hätten sich etwa 300 Menschen zur Unterstützung der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf den Weg gemacht. Bei ihrer Rückkehr seien sie ein „massives Sicherheitsrisiko“. Hinzu kämen noch mehr IS-Sympathisanten.

Der IS-Terror müsse militärisch bekämpft werden, und in Österreich seien Polizeimaßnahmen gegen Terroristen und Radikale erforderlich. Vor allem müsse aber „noch viel mehr“ in der Prävention getan werden, erklärte der Minister.

Slowakischer Sicherheitsexperte warnt vor Islamisten aus Österreich

Die Verhaftung des Terrorverdächtigen löste auch in der Slowakei Besorgnis aus: Ein slowakischer Sicherheitsexperte hat vor der möglichen Gefahr radikaler Islamisten aus Österreich gewarnt. Die „gefährliche Konzentration“ islamistischer Extremisten in Österreich stelle auch für die Slowakei ein „potenzielles Sicherheitsrisiko“ dar, sagte Ex-Geheimdienstchef Igor Cibula am Montag, berichtet die „Kronen-Zeitung“.

Die Anzahl der Islamisten in Österreich habe in den vergangenen zwölf Monaten stark zugenommen. Diese Informationen will Cibula aus den „österreichischen Sicherheitskreisen“ erhalten haben.

Der frühere Chef des slowakischen Nachrichtendienstes SIS warnte davor, dass vor allem Jugendliche von den Dschihadisten rekrutiert und zu Terrortaten angestachelt würden.

Cibula verwies auch darauf, dass die Verhaftung des 17-Jährigen Islamisten nicht die erste Festnahme eines Dschihadisten in Österreich gewesen war – im Dezember wurde ein Marokkaner in einem Flüchtlingsheim in Salzburg verhaftet. (so/afp)