Nachbarn nannten ihn den „Vampir“ – Von Adrian Elms zum London-Terroristen Khalid Masood – Im Knast zum Islam konvertiert

Der Attentäter von London, Khalid Masood, alias Adrian Elms, alias Adrian Russel Ajao, kam nicht als Muslim zur Welt. Erst in einem britischen Gefängnis kam er der radikalen Religion näher, konvertierte bald schon zum Islam. Ein besorgniserregender Trend in Großbritannien: Islamisten radikalisieren Kriminelle für Gewalttaten auf britischen Straßen.

Khalid Masood (52) sprach bereits vor 17 Jahren davon, jemanden töten zu wollen, träumte von Blut. Diejenigen, die ihn kannten, beschrieben ihn als „beunruhigenden“ Charakter mit flüchtigem Verhalten und gewalttätigem Temperament, so „SkyNews“.

Masood musste sich vielfach wegen tätlicher Angriffe und Störung der öffentlichen Ordnung verantworten, war mehrfach vorbestraft, u. a. wegen schwerer Körperverletzung. Nach Angaben von Nachbarn wurde er nur „Der Vampir“ genannt, weil er spätabends in schwarzer Kleidung unterwegs war.

Hinter Gittern Islamist geworden

Nach einem Gefängnisaufenthalt konvertierte der 1964 in Kent ursprünglich als Adrian Elms geborene Bodybuilder und Englisch-Nachhilfelehrer zum Islam, nannte sich dann Khalid Masood. Eine weitere Identität des 52-Jährigen soll Adrian Russel Ajao gewesen sein, berichtet „Heute.at“.

 

Konvertieren hinter Gittern, seit vielen Jahren ein Problem in UK

„SkyNews“ berichtete weiter von einem führenden Vertreter der muslimischen Gemeinschaft, der erklärte, dass in den britischen Gefängnissen zunehmend radikalisiert werde und die Regierung mehr dagegen tun müsse. Die Kriminellen hinter Gittern würden für Gewalttaten auf den Straßen rekrutiert. „Es ist besorgniserregend“, so Rafiq Hayat, Präsident der Ahmadiyya Muslim Association zu Sky.

Laut einer Untersuchung der Henry-Jackson-Gesellschaft würden muslimische Konvertiten viermal häufiger Terrortaten begehen als die in dem Glauben geborenen Menschen.

Islamisten-Hochburg Birmingham

Die Polizei prüft derzeit, ob der Attentäter von London Komplizen aus dem Netzwerk des Terroristen Mohamed Abrini hatte.

Nach Razzien der Polizei wurden acht Personen in Birmingham, London und Wales festgenommen. Die Zahl der Festnahmen erhöhte sich inzwischen auf zehn. Das Terror-Fahrzeug wurde in der Islamisten-Hochburg Birmingham angemietet. Dort wohnte auch der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Brüssel und Paris, Mohamed Abrini. Seit seiner Festnahme im April 2016 sitzt Abrini in Belgien in Haft.

Radikalisierung in deutschen Gefängnissen

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Islamisten. 606 sogenannte Gefährder sind bei den Landeskriminalämtern gelistet. Gegen viele laufen Verfahren, viel werden im Gefängnis landen. In Hessen laufen beispielsweise seit 2013 „über 300 Ermittlungsverfahren gegen radikale Salafisten“, wie die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann laut „ARD-Tagesschau“ sagte. Die Ministerin fordert, sich intensiv um diesen Personenkreis zu kümmern, „wenn wir nicht wollen, dass wir in wenigen Jahren über tickende Zeitbomben durch entlassene radikalisierte Straftäter diskutieren“ müssen.

Auch in Frankreich versuchen Islamisten Straftäter zu radikalisieren, der IS ist dort aktiv unterwegs. Entsprechende Anwerbeversuche gab es jedoch auch schon in Deutschland.

Derzeit versucht man mit Imamen im Gefängnis das Problem in den Griff zu bekommen. Claudia Dantschke, Extremismus-Expertin am Zentrum Demokratische Kultur hält das für den falschen Weg.

Siehe auch:

London-Terror im Live-Ticker: Britische Sicherheitsbehörden starten Ermittlungsoffensive

Tunesischer Amokfahrer von Antwerpen des versuchten „terroristischen Mordes“ beschuldigt