Neue Regelung: Balkanroute-Länder wollen Flüchtlinge koordiniert nach Deutschland bringen

Ab sofort sollen die Flüchtlinge legal und koordiniert nach Deutschland gebracht werden. Dies wurde von den Polizeidirektoren verschiedener Länder vereinbart.

In der Flüchtlingskrise wurde eine neue Vereinbarung getroffen. Die Polizeidirektoren Mazedoniens, Serbiens, Kroatiens, Sloweniens und Österreichs verabredeten am Donnerstag in Zagreb, die Flüchtlinge der sogenannten Balkanroute nach einer Erstkontrolle in Mazedonien künftig gemeinsam in Richtung Deutschland zu transportieren. 

Die Flüchtlinge werden ab jetzt an der mazedonisch-griechischen Grenze nur mehr erkennungsdienstlich behandelt, sagte der kroatische Polizeichef Vlado Dominic, berichtet "Focus-Online".

Danach werden die Einwanderer von der mazedonischen Grenzstadt Gevgelija mit der Bahn ins südserbische Presevo und von dort aus nach Slowenien und schließlich nach Spielfeld in Österreich gebracht. Danach werden, so "Focus-Online", die Menschen nach Deutschland weiter transportiert. Damit wäre die Einreise der Flüchtlinge dann legal. 

Keine Obergrenze 

Das neue Abkommen besagt, dass nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak einreisen dürfen – in unbegrenzter Anzahl. Alle anderen Nationen würden abgewiesen und müssten zurück nach Griechenland oder in die Türkei, so der kroatische Polizeichef.

"Unser Ziel ist es, den Transfer der Flüchtlinge von Griechenland nach Mazedonien und später nach Österreich so schmerzlos wie möglich zu machen", gibt Dominic laut "Focus" an.

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, Norbert Röttgen, kann sich jedoch nicht vorstellen, "dass die Regierungen dieser Länder sich die Absprache der Polizeichefs zu eigen machen," berichtet "Focus-Online" weiter. Eine derartige Absprache sei mit den Grundsätzen des Schengensystems unvereinbar, kritisiert Röttgen das Vorhaben und fügt hinzu, dass die betroffenen Schengenländer kein Interesse daran haben könnten, aus diesem System auszuscheiden. (so)