Niederlande-Wahl: Wilders fordert Austritt aus EU – „Wenn Ihr die Niederlande für Euch zurückgewinnen wollt, wählt mich“

Wahl in den Niederlanden: Geert Wilders sagte in einem TV-Duell mit Mark Rutte, er werde sich bei einem Wahlsieg für einen „Nexit“ stark machen. Rutte wies das als große Gefahr zurück. „Ein Austritt aus der EU ist unverantwortlich und stürzt unser Land ins Chaos.“ Mindestens 1,5 Millionen Arbeitsplätze gingen verloren.

Zwei Tage vor der Wahl in den Niederlanden haben sich Ministerpräsident Mark Rutte und der Oppositionspolitiker Geert Wilders ein hitziges Fernseh-Duell geliefert: Rutte warf dem Chef der Partei für die Freiheit (PVV) am Montagabend vor, mit „radikalisierten“ und „extremen“ Parolen auf Stimmenfang zu gehen.

„Es ist etwas anderes, ob man auf dem Sofa sitzt und twittert oder ob man ein Land regiert“, sagte Rutte in Anspielung auf Wilders‘ häufigen Gebrauch des Kurzbotschaftendienstes Twitter. „Wenn man Verantwortung für ein Land hat, muss man überlegte Maßnahmen ergreifen.“ Rutte wiederholte sein Versprechen, dass er „niemals“ mit Wilders‘ Partei koalieren werde.

Wilders sagte er werde sich bei einem Wahlsieg für einen „Nexit“ stark machen. Rutte wies das als große Gefahr zurück. „Ein Austritt aus der EU ist unverantwortlich und stürzt unser Land ins Chaos.“ Mindestens 1,5 Millionen Arbeitsplätze gingen verloren, so Rutte.

Wilders zeigte sich im TV-Duell als Kämpfer gegen das politische Establishment. Er trete an gegen „Lügner“ in der Politik, sagte der langjährige Abgeordnete. Den Wählern rief er mit Blick auf Rutte zu: „Wenn Ihr die Niederlande für Euch zurückgewinnen wollt, dann verjagt diesen Mann und wählt mich ins Amt des Ministerpräsidenten.“

Bei der Wahl am Mittwoch in den Niederlanden wird ein knappes Rennen erwartet. In einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage verdrängte Ruttes rechtsliberale Partei VVD die PVV von Wilders auf den zweiten Platz. Eine Regierungsbildung unter Wilders gilt als sehr unwahrscheinlich, da ihm im stark zersplitterten niederländischen Parlament die benötigten Koalitionspartner fehlen. (afp)