Nordzypern: Besatzung des „Identitären“-Schiffes wieder auf freiem Fuß

Der Kapitän der "C-Star", der Besitzer und acht Besatzungsmitglieder sind wieder frei – das Schiff ist wieder in See gestochen.

Die Besatzungsmitglieder eines Schiffs der „Identitären Bewegung“ sind wieder auf freiem Fuß. Der Kapitän der „C-Star“, der Besitzer des Schiffs und acht Crewmitglieder seien freigelassen worden, meldete der TV-Sender BRT am Donnerstag. Das Schiff dürfe seine Fahrt nun fortsetzen.

Das Schiff war am Dienstag im Hafen von Famagusta festgesetzt worden. Den zehn Verdächtigen wurde laut der Zeitung „Kibris Postasi“ der Gebrauch falscher Papiere vorgeworfen. Doch nach Informationen des Senders BRT bestätigte sich der Verdacht nicht.

„Defend Europe“: Linke Gruppe und NGOs wollten Weiterfahrt verhindern

Das Schiff hatte Anfang Juli Dschibuti verlassen, doch musste es eine Woche im Suez-Kanal warten. Laut „Defend Europe“ warfen linke Gruppen und NGOs ihnen vor, Waffen und Söldner zu transportieren, um so ihre Weiterfahrt zu verhindern.

Eine Durchsuchung in Ägypten bestätigte demnach die Vorwürfe nicht. Nach der Ankunft in Zypern verließ eine Gruppe von 20 Menschen das Schiff. Laut „Kibris Postasi“ beantragten fünf von ihnen Asyl, während der Rest per Flugzeug das Land verließ. Laut „Defend Europe“ handelte es sich um Seeleute aus Sri Lanka, die zu Trainingszwecken mitgefahren seien.

Die Seeleute sollten bereits in Ägypten von Bord gehen, schreibt die „Identitäre Bewegung Österreich“ auf Facebook. Das sei wegen der Durchsuchung aber nicht möglich gewesen. Deswegen konnten sie die „C-Star“ erst in Zypern verlassen.

Dort sollen NGOs auf die Männer aus Sri Lanka gewartet haben. Sie hätten versucht, die Männer dazu zu bewegen, Asylanträge in der Türkei zu stellen, so die „Identitäre“. Die NGOs sollen Geld, Essen und Unterkünfte angeboten haben.

Fünfzehn Mitglieder der Trainingscrew lehnten dieses Bestechungsangebot ab. Fünf Männer gingen darauf ein, begaben sich in die Obhut der NGOs und erhoben urplötzlich Anschuldigungen gegen den Kapitän und die restliche Mannschaft, die zu einer Untersuchung führten“.

(Identitäre Bewegung Österreich)

Mit diesem Vorgehen hätten die NGOs versucht, die „C-Star“ aufzuhalten, doch das sei ihnen nicht gelungen, so die „Identitären“.

Identitäre startete Finanzierungskampagne für das Schiff – Paypal-Account gesperrt

Hinter der Aktion „Defend Europe“ stehen deutsche, französische und italienische Mitglieder der „Identitären Bewegung“. Sie wird in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet.

Die „Identitäre Bewegung“ hatte Mitte Mai eine Finanzierungskampagne im Internet gestartet und insgesamt 76.000 Euro gesammelt, um den 14-tägigen Einsatz des Schiffes zu finanzieren. Seitdem stieß die Gruppe auf zahlreiche Hindernisse. Sogar ihr Paypal-Account wurde gesperrt.

NGOs sollten überwacht werden

Die „C-Star“ sollte in Sizilien die Aktivisten an Bord nehmen und dann Kurs auf die libysche Küste nehmen. Dort wollten sie die libysche Küstenwache auf Flüchtlingsboote aufmerksam machen, damit diese die Flüchtlinge zurück in das nordafrikanische Land bringt.

Erklärtes Ziel der „Identitären“ war es, die Arbeit internationaler Hilfsorganisationen vor der libyschen Küste zu blockieren und zu überwachen.

„Wir werden jeden Funkspruch von ihnen [NGOs] aufnehmen, wir werden jede mögliche Kommunikation mit den Schleppern entlarven. Und wir werden darauf achten, dass sie sich an die neuen Regeln der italienischen Regierung penibel genau halten“, hatte Martin Sellner, der Kopf der Identitären Bewegung Österreich in einem Youtube-Video angekündigt. (afp/dk/as)