Kritik am System: „Wer in Österreich noch arbeitet, ist dumm“

In Österreich lebt man anscheinend besser, ohne zu arbeiten. Warum das so ist, erklärt ein 29-jähriger Niederösterreicher der Zeitung "Heute". Der dreifache Vater meint sogar, er wäre "dumm" wenn er noch 40-Stunden arbeiten würde.

„Wer in Österreich noch arbeitet, ist dumm“, sagt ein 29-jähriger Niederösterreicher der Zeitung „Heute“. Am Stammtisch und im Internet wüsste das längst jeder.

Der 29-Jährige war früher als Metzger tätig. Er arbeitete hart. Aber am Monatsende blieben ihm dennoch kaum mehr als 1.100 Euro über, erzählt er der Zeitung. Heute habe er nur noch einen Mini-Job und Geld vom Arbeitsamt. Damit lebe er besser denn je.

Der dreifache Vater übte im Gespräch mit der „Heute“ scharfe Kritik am System. „In diesem Land gibt es einfach keinen Ansporn mehr, einer regelmäßigen Tätigkeit nachzugehen. Ganz im Gegenteil: Ich selbst wäre dumm, wenn ich das machen würde.“

Betriebe wollen nur „billige Leiharbeiter“

Der Niederösterreicher absolvierte eine Fleischer-Lehre. Später arbeitete er als Bestatter, schreibt die Zeitung weiter. Früher habe er sich „wie verrückt“ abgeschuftet und am Monatsende etwa 1.100 Euro heraus bekommen. Jetzt würde er nur mehr etwas „jobben“ und hätte mehr Geld als zuvor.

Nach Angaben der Zeitung bekomme er derzeit 800 Euro Notstandsbeihilfe vom Arbeitsamt, Mietzuschuss (270 Euro), Gehalt als geringfügig Angestellter (415 Euro) und zusätzlich würde er noch ein paar Hundert Euro mit Schwarzarbeit zuverdienen. Zudem sei er noch von GIS-Zahlungen und der Rezeptgebühr befreit.

Um seine Leistungen zu beziehen müsse er nur regelmäßig zum Arbeitsmarktservice gehen und sich „hier und da“ bei Betrieben vorstellen. Doch diese würden „eh nur billige Leiharbeiter“ einstellen. (so)