Paris: Angreifer auf den Champs-Elysées war Karim C. meldet IS-Stimme „Amak“

Der Angreifer auf den Pariser Champs-Elysées war ein polizeibekannter und radikalisierter Straftäter. Der 39-Jährige sei im Februar 2005 zu fünf Jahren Haft wegen versuchter Tötung von drei Menschen, darunter zwei Polizeibeamte, verurteilt worden.

Der in Frankreich geborene Angreifer, der 39-jährige Karim C., lebte in Chelles, einer Pendler-Stadt in der Nähe von Paris und hat einen französischen Pass. Laut dem „Mirror“ sei er ein IS-Terrorist mit dem Kampfnamen Abu Yousuf al-Beldschiki (the Belgian). Auch die „Welt“ berichtet darüber und nennt das IS-Sprachrohr Amak als Quelle der Information. Zudem habe es eine von Amak verfasste Botschaft in arabischer und französischer Sprache gegeben, die sich auf die Attacke „im Herzen von Paris“ bezog.

Der Mann, der am Donnerstag mit einer automatischen Waffe einen Polizisten auf den Pariser Champs-Elysées erschossen und drei weitere Menschen verletzt hat, ist nach Angaben aus Ermittlerkreisen bereits wegen bewaffneter Angriffe auf Polizisten vorbestraft gewesen.

Im Februar 2005 wurde der Mann zu fünf Jahren Haft wegen versuchter Tötung von drei Menschen, darunter zwei Polizeibeamte, verurteilt, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen.

Wollte mehrfach Polizisten töten

Der Mann hatte die Angriffe den Angaben zufolge in einem Berufungsprozess gestanden. In erster Instanz sei der Mann 2003 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. In dem Verfahren ging es laut Ermittlerkreisen zum einen um eine Verfolgungsjagd im Jahr 2001. Der Mann sei in einem gestohlenen Auto und mit einem Revolver bewaffnet unterwegs gewesen und habe ein Fahrzeug gerammt. Darin hätten sich zwei Brüder befunden, von denen einer ein Polizeischüler gewesen sei.

Der Angreifer sei damals zu Fuß geflohen, sei aber von den beiden Brüdern eingeholt worden, von denen einer eine Armbinde mit der Aufschrift „Polizei“ getragen habe. Der Angreifer schoss zwei Kugeln auf die beiden Brüder ab und traf beide am Oberkörper. Kurz darauf sei er festgenommen worden, hieß es weiter.

Zwei Tage später habe er einen Polizisten schwer verletzt, der ihn aus seiner Zelle geholt hatte. Der Angreifer habe dem Beamten seine Waffe entwendet und damit mehrmals geschossen.

„Radikalisierter“ hatte Mordpläne

Laut „Welt“ wurde Karim C. offenbar auch im Februar diesen Jahres festgenommen, weil er plante, Polizisten zu ermorden, wurde aber aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen.

Laut dem französischen TV-Sender „BFMTV“ sei seine Radikalisierung aktenkundig gewesen, so die „Welt“.

Der Anti-Terror-Staatsanwalt François Molins erklärte nach der Tat vom Donnerstagabend, der Täter sei „bekannt“ und seine Identität „verifiziert“ worden. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte Molins keine Angaben zur Identität des Angreifers machen, der nach dem Angriff erschossen worden war. Nun müsse geklärt werden, ob der Mann Komplizen gehabt habe oder nicht, sagte der Staatsanwalt. Für Freitag kündigte Molins eine Pressekonferenz an. (afp/so/sm)

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