Propagandabilder in den Medien: In der Flüchtlingskrise wurden Fotos mit einreisenden Dschihadisten nicht gezeigt

Während einer Podiumsdiskussion in Wien beklagten freie Fotografen, dass sich Politiker mit hauseigenen Fotografen gekonnt in Szene setzten. Zudem wurde die Bildauswahl in der Berichterstattung über die Flüchtlingskrise kritisiert. Fotos, die dokumentierten, dass unter den Flüchtlingen islamistische Terroristen waren, seien einfach nicht verwendet worden, heißt es.

Medien dürften nicht zu „Handlangern“ der Politiker und ihrer „Imagepolitur“ werden, fordert Fotograf Jürg Christandl, der für die österreichische Zeitung „Kurier“ arbeitet, auf einer Podiumsdiskussion, berichtet der „Standard“ .

Das Forum mit dem Titel: „Leben – Überleben?“ fand am Montag in Wien statt und thematisierte den Stellenwert der Pressefotografie.

Wir müssen Inszenierungen unterlaufen oder Inszenierungen aufzeigen“, betont Christandl mit Blick auf die hauseigenen Fotografen der Politiker.

Wenn sich österreichische Politiker von Fotografen gekonnt in Szene setzen ließen, dann sei dies reine Propaganda. Es diene einer Agenda, so Christandl. Was alle Politiker gemein hätten, sei , „dass sie ohne Filter ins rechte Licht gerückt werden möchten“.

Politiker inszenieren sich gekonnt

In Wien wurde ein Vorfall besonders hervorgehoben, der die Medienleute verärgerte: In den sogenannten Annäherungsgesprächen zwischen ÖVP-Chef Sebastian Kurz und den anderen Parteichefs in der letzten Woche, hatte die ÖVP einen eigenen Fotografen verpflichtet, der exklusiv die Begegnungen ablichtete. Die Medien jedoch durften nur vor dem Gebäude fotografieren. Aus Platzmangel seien keine weiteren Fotografen am Veranstaltungsort zugelassen worden, hieß es. Diese Einschränkung bezeichnete die freie Fotografin Lisi Specht als „Grenzüberschreitung“ im Sinne der Pressefreiheit.

Zudem hätte die ÖVP den Medien ein Bild mit Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zugespielt. Es hätte einen lauten Aufschrei seitens der Medien geben müssen, betont Frau Specht. Fotograf Gerhard Hinterleitner meinte, dass solche PR-Fotos schon verwendet werden könnten, „aber nur, wenn man darüber berichtet, wie sich Politiker inszenieren“. Hinterleitner beklagte jedoch, dass es in Österreich praktisch nicht mehr möglich sei, als freier Pressefotograf finanziell erfolgreich zu sein. „Kaum ein Medium veröffentlicht mehr Reportagen,“ sagt er.

In der Flüchtlingskrise werden nur bestimmte Bilder verwendet

Unterdessen kritisierte der freie Pressefotograf Heinz Tesarek, die Bildauswahl in der Berichterstattung über die Flüchtlingskrise. Vor allem in 2015 auf dem Höhepunkt der unkontrollierten Zuwanderung habe es Vorgaben gegeben, „welche Bilder genommen wurden,“ sagt Tesarek. Bilder, die dokumentierten, dass unter den Flüchtlingen islamistische Terroristen waren, seien ignoriert worden. Eine Diskussion darüber wäre unmöglich gewesen, so der Fotograf.

Tesarek betonte sich aus der Abhängigkeit von Medien und ihrer Bildauswahl begeben zu wollen – und startete sein eigenes Projekt: „Zwischenzeit online“ soll in Kürze vorgestellt werden. Kritischer Journalismus heiße für ihn, ein möglichst vielschichtiges Bild einer Problemstellung zu zeichnen.

Christandl meinte hingegen, die Fotografen hätten in der Flüchtlingskrise ein umfassendes Bild geliefert. Doch viele Bilder wurden nicht gezeigt. Es seien nur „bestimmte Fotos“ verwendet worden. Die Auswahl sei „nie objektiv“ gewesen, so der Fotograf.

Auch der Preisverfall der Bilder wurde auf der Podiumsdiskussion in Wien thematisiert. Die Zeiten für Fotografen seien hart, sagte Christandl. Die freie Fotografin Specht sagte, mit reiner Pressefotografie nicht überleben zu können. Sie appellierte an ihre Kollegen, sich gegen das Preisdumping zu stemmen. (so)

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