Proteste gegen EU-Sparpolitik in Rom: Mit Eiern gegen Deutsche Botschaft und Banken

Der von Politikern versprochene Aufschwung in Italien blieb durch die Reformen aus. Die Jugendarbeitslosigkeit nimmt ständig zu und die Menschen sind frustriert.

In Italien gingen am Sonntag offenbar tausende Menschen auf die Straßen um gegen die Sparpolitik im Land zu demonstrieren. In einem Bericht von "Sputniknews" heißt es, dass die Demonstranten nicht nur gegen die italienische Regierung sondern auch gegen Berlin und Brüssel protestierten. 

Die beiden Länder hätten Italien den Sparkurs aufgezwungen. 

Nach Angaben des russischen Mediums skandierten die Menschen vor allem Antiregierungsparolen und bewarfen auf dem Weg zum italienischen Innenministerium sowohl die deutsche Botschaft als auch mehrere deutsche Banken mit Eiern.


 

Die Menschen demonstrierten gegen die ineffektiven Reformen und die Lockerung des Kündigungsschutzes, die ihrer Auffassung nach zu einer Massenarbeitslosigkeit geführt haben sollen. Auf Premierminister Matteo Renzi, der die Reformen auf Drängen der EU und insbesondere Berlins durchgedrückt haben soll, ist der Ärger besonders groß.

Kein Aufschwung 

Die siebenjährige Krise hat tiefe Spuren in der italienischen Gesellschaft hinterlassen: Unsichere Zukunftsperspektiven und hohe Arbeitslosigkeit belasten die Jugend. Dies geht auch aus dem Jahresbericht des Statistikamtes Istat hervor, berichtet "Der Standart". Italien lasse die stärkste Krise hinter sich, die das Istat je gesehen habe, aber der Aufschwung sei noch unsicher, betonte Istat-Präsident Giorgio Alleva, so die Zeitung.

Junge Menschen in Italien würden immer später selbstständig: 62,5 Prozent der 18- bis 34-Jährigen lebten demnach noch bei den Eltern. Auch die Ausbildung spiele dabei keine Rolle mehr. 

"In der Vergangenheit war ein Universitätstitel ein wichtiger Faktor für den sozialen Aufstieg. Heute ist er hingegen keine Garantie mehr für eine gute Beschäftigung. Unsichere Jobs, unterbezahlte Tätigkeiten oder auch Arbeitslosigkeit sind Probleme, die auch Akademiker belasten", so Alleva.

Darüber hinaus sei von drei Jugendlichen einer für seinen Job überqualifiziert. Auch die Teilzeitbeschäftigung unter Jugendlichen nehme ständig zu. (so) 

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