Radioaktive Stoffe in der Luft über Europa gemessen – US-Luftwaffe verdächtigt Russland

Über weite Teile Europas sind Spuren von radioaktivem Jod gemessen worden. Umweltbehörden zufolge sei die radioaktive Strahlung sehr gering und ungefährlich. Die US-Luftwaffe verdächtigt Russland, für die Strahlung verantwortlich zu sein.

In mehreren Teilen Europas sind Spuren von radioaktivem Jod unbekannten Ursprungs gemessen worden. Dies berichtet RT mit Verweis auf Studien wissenschaftlicher Einrichtungen, darunter des französischen Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit (IRSN). Die Strahlung wurden demnach bereits Ende Januar entdeckt.

Das radioaktive Jod wurde offenbar in Polen, Tschechien, Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich, Norwegen, Schweden und Finnland gemessen.

Die Strahlung sei aber so gering, dass sie keine Gefahr für die Gesundheit der Menschen darstelle, sagte die Umweltministeriumssprecherin Magdalena Rauscher-Weber am Dienstag zur „Kronen-Zeitung“. Auch die Umweltbehörden anderer europäischer Staaten hätten bestätigt, dass „zu keiner Zeit Gesundheitsgefahr“ bestanden habe.

Der Ministeriumssprecherin zufolge, sei die Jod-Belastung geringer als die natürliche Strahlenbelastung und nur durch eine Sammelmessung über einen Zeitraum von einer Woche nachweisbar geworden. Wegen der geringen Strahlung werde ein AKW-Unfall ausgeschlossen, so Rauscher-Weber gegenüber der APA.

Bevor die französischen Behörden über Jod-131-Partikel berichtet hatten, wurde die Strahlung im Norden Europas gemessen.

US-Luftwaffe verdächtigt Russland

Unterdessen wird Russland verdächtigt, für die Strahlung verantwortlich zu sein. Die US-Luftwaffe habe ein Spezialflugzeug nach England entsandt, um radioaktive Partikel in der Atmosphäre zu messen. Die Militärs hätten die Befürchtung, Russland könne auf der Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer einen nuklearen Sprengsatz getestet haben.