Schweiz bewacht Südgrenze nonstop: Migranten kommen nachts über Täler

Im Süden der Schweiz steigt die Zahl der Migranten derzeit massiv an. Die Grenze zu Italien im Tessin wird deshalb rund um die Uhr bewacht.

Die Zahl der Migranten, die im Süden über die Schweizer Grenze kommen, steigt in diesen Tagen massiv an. Dies sagte der Schweizer Bundesrat Ueli Maurer gegenüber „SRF“. Das Portal 20Minuten berichtete.

Migranten seien jetzt vor allem gegen Mitternacht und nicht mehr tagsüber unterwegs, weshalb man einen „24-Stunden-Betrieb“ eingeführt habe, berichtete der oberste Chef des Grenzwachtkorps. „In Chiasso und auf der Route via Domodossola nach Brig“ sei man nahe an Rekordzahlen. Die Einheit im Tessin erhielt Verstärkung.

Die Verstärkung betreffe aber auch die Grenzübergänge in Graubünden. Migranten würden neuerdings über Südtäler des Kantons illegal in die Schweiz einreisen, mit dem Ziel weiter nach Deutschland oder Österreich zu kommen. Dafür gebe es erste Anzeichen, so Maurer. „Die Schlepper tasten jetzt wohl ab, ob das besser geht als über Chiasso.“

Kein Militäreinsatz

Informationen, die Schweiz würde einen Armee-Einsatz an der Grenze vorbereiten, dementiert Maurer. 80 bis 90 Prozent der Migranten kämen momentan mit normalen Zügen an, sodass sie gezählt und registriert werden könnten. Solange die Situation so bleibe – und man an Schengen festhalte – sehe er momentan keinen Einsatz für die Armee, so Maurer laut 20 Minuten.

Maurer schlug vor für Afrikaner „zur Abschreckung“ eine Behandlungsfrist von 48 Stunden einzuführen, wie sie am Balkan praktiziert wurde. Dafür gebe es jedoch keine politischen Mehrheiten. „Wegen Widerstand aus dem linken Lager“, ergänzten die Deutschen Wirtschafts Nachrichten. (rf)

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