Ungarn möchte sich von EU-Flüchtlings-Quote freikaufen

Ungarn schlägt vor, anderen Ländern einen finanziellen Ausgleich für die Aufnahme von Flüchtlingen zu zahlen. Das osteuropäische Land will aber nach wie vor selbst keine Asylsuchenden aufnehmen.

Staaten die Flüchtlinge aufnehmen, sollen eine finanzielle Unterstützung von anderen EU-Staaten erhalten die keine Asylsuchenden aufnehmen wollen, lautet ein Vorschlag des ungarischen Botschafters in Deutschland, Péter Györkös. Nur eine Minderheit der EU-Staaten sei überhaupt bereit Flüchtlinge aufzunehmen, berichtet die Deutsche Wirtschafts Nachrichten.

Ungarn könne Ländern, die bereit sind Flüchtlinge aufzunehmen, finanziell entgegenkommen, sagte Györkös. Selbst aber möchte das Land weiterhin keine Asylsuchenden im Rahmen der europäischen Quotenreglung aufnehmen.

Budapest würde seinen Beitrag leisten, versicherte der ungarische Botschafter in Deutschland. Mit Brüssel müsse man über eine finanzielle Hilfe für jene Länder, die sich der Aufgabe freiwillig stellen, sprechen, so Györkös gegenüber der "Rheinschen Post".

Einer Kürzung von EU-Fördergeldern für Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen, steht er allerdings ablehnend gegenüber. Dies sei lediglich ein "Versuch, die osteuropäischen Länder an den Pranger zu stellen." 

Es gebe eine gewisse Angst vor den muslimischen Einwanderern, räumte der Botschafter ein. Ungarn hätte zwar Einwanderung in der Geschichte erlebt, nie aber aus dem muslimischen Kulturkreis.

Ungarn ist nicht das einzige Land, das eine Aufnahme von Flüchtlingen ablehnt, von insgesamt 28 EU-Staaten nehmen nur acht Staaten überhaupt Asylsuchende auf. (dk)