Unkontrolliert nach Deutschland: Migranten brechen vor Registrierung in Österreich aus

Durch das Großfeuer in der Erstaufnahme im slowenischen Brezice entgingen Tausende Migranten der Registration. Dann durchbrachen sie die Grenzbarrieren in Österreich. Als sie hier registriert werden sollten, brachen sie aus. Nun sind sie auf dem Weg nach Deutschland. Die deutsche Grenze stellt die letzte Möglichkeit einer Registrierung dar. Sollte es das Ziel eines Teils der Massen sein, dies zu verhindern, werden sie versuchen, mit der erprobten Weise durchzukommen.

Das österreichische Spielfeld hatte eine ruhige Nacht, nachdem in den letzten Tagen überraschend Tausende  Migranten aus Slowenien an den Grenzübergang kamen. Von hier aus werden sie nach der Registrierung weitergeleitet. So der "normale" Ablauf. Doch schon gestern Nachmittag kamen Tausende in der Sammelstelle am Grenzübergang Spielfeld an. Am Mittag kam es zum ersten Ausbruch von Migranten. Eine Gruppe von 1.500 Personen machte sich auf den Weg nach Deutschland. Möglicherweise hatte jemand das Gerücht verbreitet, dass die deutsche Grenze nicht weit sei.

Auf eigene Faust gingen sie zu Fuß auf der B67/Grazer Straße in Richtung Norden, nach Deutschland, berichtete die "Kronenzeitung". Unterwegs merkten wohl viele von ihnen, die dem Tross wohl blindlings gefolgt waren, dass es bis zur Staatsgrenze noch Hunderte Kilometer waren und kehrten um. Andere setzten ihren Fußmarsch Richtung Deutschland fort.

"We want to go Germany"

Am Abend harrten hier in Spielfeld noch etwa 3.000 Menschen aus. Der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Klaus Steinwendter schätzt die Situation angespannt ein, es sei "nicht mehr weit von einem neuerlichen Durchbruch der Flüchtlinge entfernt", so die Krone. Die Registrierung und Weiterverteilung liefen ununterbrochen. 
Heute Morgen dann, es befanden sich noch etwa 2.000 Migranten in Spielfeld, kam es zu Tumulten unter den Massen, deren Ursachen bisher unbekannt sind. Die Polizei öffnete angesichts des großen Gedränges die Absperrungen, um Verletzte zu vermeiden, ähnlich, wie beim Feuer in Brezice. Und wie schon am Vortag, liefen erneut Hunderte Migranten unkontrolliert auf die B67/Grazer Straße. Sie riefen: "We want to go Germany". Auch hier kam es nach Bekanntwerden der realen Entfernung zur Grenze zu zahlreichen Umkehrern, berichtete heute die "Kronenzeitung". Ob und wieviele von diesen Migranten bereits registriert waren, wurde nicht berichtet. Offenbar wird derzeit als einziger Grund dieser Ausbrüche der Wunsch nach einer schnellen Weiterreise nach Deutschland in Betracht gezogen.

Gestern: Registrierung in Erstaufnahme Brezice durch Feuer verhindert

Gestern noch brannte das slowenische Erstaufnahme-Lager in Brezice. Die Migranten, die zu Tausenden aus Richtung Serbien über Kroatien nach Slowenien kamen, sollten hier registriert werden. Dies wollten sie offenbar nicht. Das Leben Unschuldiger aufs Spiel setzend, zündeten einige von ihnen die Zelte an. Insgesamt verbrannten 27 Wohnzelte. Sie wollten eine sofortige Weiterreise nach Österreich damit erpressen und möglicherweise der Registrierung hier entgehen. Ob sie damit die Erstregistrierung von Slowenien nach Österreich verlagern wollten, was im späteren Asylverfahren eine Rolle spielt oder generell nicht entdeckt werden wollten, bleibt offen. Slowenien musste jedenfalls das von Polizei und Militär eingeschlossene Camp öffnen, um Todesopfer unter den Bewohnern zu vermeiden. Anschließend wurden die Migranten nach und nach mit Bussen zur österreichischen Grenze gefahren, wo 1.500 von ihnen gegen Mittag die Grenzbarrieren durchbrachen, um in die Steiermark zu gelangen. (sm)