Wien: Neuer Skandal um Mulitkulti-Kindergärten – Fördergelder umfangreich veruntreut

Der "bedauerliche Einzelfall" zeigt deutlich, was mit den Millionen-Fördergeldern der Stadt Wien passiert. Der Chef des Multikulti-Vereins "Alt Wien" mit 30 Kindergärten zweigte heimlich Fördergelder in beträchtlichem Umfang für seine Familie ab. Der Stadtrechnungshof und ein externer Wirtschaftsprüfer kamen jetzt dem Vereinsobmann auf die Schliche. Die Fördergelder wurden gestoppt, eine Hotline der Stadt für betroffene Eltern eingerichtet.

Die Ergebnisse einer Überprüfung der Jahre 2009 bis 2014 durch einen externen Wirtschaftsprüfer und den Stadtrechnungshof landen nun bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Verdacht des Missbrauchs von Fördergeldern.

Dem Herrn R. W., Vereinsobmann der 30 Multikulti-Kindergärten mit 2.276 Kindern, wird darin vorgeworfen, dass er Fördergelder der Stadt Wien in Höhe von 6,6 Millionen Euro zweckwidrig privat verwendete, berichtete „Heute.at„.

Die MA-10-Leiterin der Stadt Wien, zuständig für die Kindergärten, bestätigte, dass der Verein „in schwerwiegender Weise gegen Vertragspflichten verstoßen“ habe. Daniela Cochlar dazu: „Die Buchhaltung war völlig undurchsichtig.“

„Jahrelang wurden diese Ausgaben in der Buchhaltung unter dem Posten Instandsetzung versteckt.“ (Daniela Cochlar, Leiterin MA 10, Wiener Kindergärten)

Er wird dringend verdächtigt, das Geld innerhalb seiner Familie“investiert“ zu haben. Dabei soll der Vereinschef seiner Oma bei der Sanierung von deren Parkschlössl in Bad Aussee finanziell unter die Arme gegriffen haben. Außerdem kaufte der Mann sich Häuser in Wien, sponserte die Reitschule seiner Tochter in Pressbaum und die Ballettschule seines Sohnes.

Förderquelle versiegt – Hotline für Eltern

Das zuständige Magistrat MA 10 stoppte die Förderquelle nun. Der Betreiber der Multikulti-Kindergärten sei 6,6 Millionen Euro schuldig. Dieser bestreitet dies. Es seien „nur“ 4,5 Millionen Euro.

Dennoch will „Alt Wien“ weitermachen. Ein Übernahmeangebot der Stadt wurde abgelehnt. Ohne Förderung kann der Verein aber auch nicht überleben, so „Heute“. (sm)

Das MA 10 schaltete eine Info-Hotline für betroffene Eltern: (+43)-1-277 55 55