300 Familien von 9/11-Opfern verklagen Saudi Arabien – Saudis starten PR-Kampagne und benutzen US-Veteranen dafür

Saudi Arabien versucht mit allen Mitteln gegen die Klagen der 9/11 Opfer vorzugehen. Eine von den Saudis engagierte PR-Firma in Washington soll dabei helfen.
300 Familien von Opfern des Anschlags auf das World Trade Center in New York City am 9. September 2001 klagen gegen Saudi Arabien. Dies wurde mit Hilfe des „Justice Against Sponsors of Terrorism Act“ (JASTA) Gesetz möglich – das 2016 trotz Widerstandes des damaligen US-Präsidenten Barack Obama den US-Kongress passierte.
Riad wird in den Klagen beschuldigt den Terroristen von 9/11 geholfen und die Al-Kaida finanziert zu haben. Das Königreich hat das wiederholt dementiert.

Angeblich versucht das arabische Land, das US-Gesetz nun mittels einer PR-Kampagne zu kippen. Nach Angaben von RT hat Saudi Arabien die PR-Firma Qorvis MSL-Groupa in Washington engagiert, um gegen das Gesetz zu lobbyieren. Demnach wandte sich die Firma an US-Kriegsveteranen und sagte ihnen: Das Gesetz gefährde ihre Kameraden im Ausland.

Darauf hin wurden 50 Veteranen nach Washington eingeladen: „Alles wurde bezahlt, ein Zimmer in einem 500 Dollar Luxushotel. Verpflegung und der Flug” – mit dem Ziel, die Veteranen zum Kongress zu schicken, um die US-Parlamentarier zu überzeugen, dass JASTA geändert werden müsse, berichtet RT.

Nach einem Treffen mit den Veteranen hätten einige Abgeordnete tatsächlich Interesse gezeigt, das Gesetz zu ändern.

US-Veteranen fühlen sich betrogen

Doch offenbar fühlen sich einige Veteranen von der PR-Firma benutz. Sie seien in die Irre geführt und offen belogen worden, sagt einer von ihnen: „Das nervt, denn ich habe realisiert, dass mein Bruder Dan und ich jetzt auf der Gehaltsliste der saudischen Regierung stehen. Ich will das alle wissen, dass wir im Grunde genommen als Agenten der saudischen Regierung dort waren. Also alle die denken, dass wir mit einem ehrenhaften Anliegen der Veteranen dort gewesen sind… Nichts ist erniedrigender als so benutzt zu werden.”

RT ist im Besitz von staatlichen Unterlagen, die zeigen, dass der Organisator der Reise, Jason E. Johns, als ausländischer Agent im Auftrag Saudi Arabiens registriert ist. Demnach hat er das Ziel JASTA zu unterminieren. Johns und die PR-Firma erhielten für ihre Dienste 100 000 Dollar von den Saudis. (so)

 

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