Afghanistan: War der Abwurf der „Mutter aller Bomben“ auf den IS ein Fehlschlag? + Videos vom Bombeneinschlag

Die USA haben erstmals die weltweit größte nicht-atomaren Bombe vom Typ GBU-43 in einem Kampfeinsatz eingesetzt. Ziel war ein Tunnelkomplex des IS. US-Präsident Trump sprach von "sehr, sehr erfolgreichen" Mission. Was sagen die Einheimischen?

Die USA feiern den einzigartigen Abwurf der weltweit größten nicht-atomaren Bombe – auch „Mutter aller Bomben“ gennant – als Riesenerfolg.

Das afghanische Verteidigungsministerium teilte am Freitag mit, dass bei dem Angriff im Osten des Landes „strategische“ Verstecke der Islamisten sowie ein tief unter der Erde gelegener Tunnelkomplex zerstört worden sei. Attaullah Khogyani, der Sprecher der afghanischen Provinzialregierung notierte am Freitag die Todeszahl mit 82 Opfern. Es habe keine zivilen Opfer bei dem Bombenangriff von Donnerstag gegeben, heißt es.

Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, General John Nicholson, begründete den Einsatz der Mega-Bombe damit, dass die Dschihadisten als Reaktion auf ihre zunehmenden Verluste zuletzt ihre Verteidigungsstellungen mit Sprengsätzen, Bunkern und Tunneln ausgebaut hätten. US-Präsident Donald Trump sprach von einer „sehr, sehr erfolgreichen“ Mission.

Nach Behördenangaben wurden 36 Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) getötet. Wie das afghanische Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte, wurden bei dem Angriff „strategische“ Verstecke der Islamisten sowie ein tiefer, unterirdischer Tunnelkomplex zerstört. Der IS bestritt Todesopfer in den eigenen Reihen.

Nach dem zerstörerischen Abwurf der „Mutter aller Bomben“ sind Videos aufgetaucht, die die Explosion zeigen sollen.

 

 

Einheimische berichten von Fehlschlag

Augenzeugenberichten zufolge zeichnet sich nun aber ein anderes Bild der Lage ab.

Die Wucht der Explosion war kilometerweit zu spüren, beschreiben Einheimische das Ereignis. Es heißt, um das Zielgebiet gingen Fensterscheiben zu Bruch und Häuserwände bekamen Risse. „So etwas habe ich noch nie gehört. Es war furchteinflößend“, beschrieb ein Einheimischer den Moment der Detonation.

Unterdessen twitterte ein Journalist des „Wall Street Journal“, dass es in dem Kriegsgebiet keine Terroristen mehr gegeben habe.

„Die Einwohner sagten mir, dass die Gegend schon lange nicht mehr von den Kämpfern des Islamischen Staats (IS) kontrolliert wurde.“

Es war das erste Mal gewesen, dass die US-Streitkräfte die Bombe des Typs GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) einsetzten. Abgeworfen wurde der mehrere Meter lange Sprengkörper nach Angaben des Pentagons von einer MC-130-Transportmaschine im Bezirk Achin in der Provinz Nangarhar. (afp/so)

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