Anhänger feiern Trump – „Er tut genau das, was er im Wahlkampf versprochen hat“

Amerika ist nicht nur der Times Square. In Bundesstaaten wie Florida, Texas, Iowa und Georgia sind die Menschen völlig angetan von der Trumpschen Politik. In den USA dürfe es niemals so werden wie in Europa, sagt James Hitt aus Iowa und nennt dabei die Einwanderungswelle in Deutschland und Schweden eine „Vergewaltigungskrise“.

Donald Trump tut genau das, was er im Wahlkampf versprochen hat und bricht dabei mit dem Muster vieler seiner Vorgänger. Für seine Anhänger ist das ein Grund mehr, ihn zu feiern.

Einreisebann und Mexico-Mauer, drakonische Sicherheit und „Amerika zuerst“ – Menschen in Florida und Texas, Iowa oder Georgia sind völlig angetan von seiner Politik. Wer bisher allerdings nur die liberale Seite der USA wahrgenommen hat, kann das Trumpsche Denken wohl eher schwer nachvollziehen.

Jay Lin ist vor mehreren Jahrzehnten selber eingewandert. In einer Interviewreihe von CNN nimmt er die Bedrohungslage der USA so wahr: „Es ist furchtbar. Solange wir keinen Weg gefunden haben, absolut sichere Kontrollen zu haben, können wir nicht so weitermachen.“

Vom aktuellen Dekret sind große, mehrheitlich muslimisch geprägte Länder ausgenommen. Damit ist Trump mit seinem Einreisedekret  sogar hinter dem Wahlkampfversprechen zurückgeblieben. Ursprünglich sollte es einen Bann aller Muslime geben.

Endlich macht jemand ernst

Robert Lastra, Einwanderer aus Kuba, lebt in Texas. Er sagt, Gewalt, Mord und Totschlag hätten ganze Stadtviertel fast unbegehbar gemacht. Er sagt über ankommende Flüchtlinge: „Endlich macht jemand damit ernst, diese Leute genau zu überprüfen. Die Verfassung gibt ihnen kein Recht, hier zu sein. Wenn, dann kommen sie in Gottes Gnade zu uns, so wie auch ich damals.“

In den USA dürfe es niemals so werden wie in Europa, sagt James Hitt aus Iowa. Dabei nennt er die Welle einer „Vergewaltigungskrise“ in Deutschland und Schweden als abschreckendes Beispiel. „Mir sind unsere obdachlosen Veteranen allemal wichtiger als Flüchtlinge aus Syrien.“

Grenzschutzbeamte, die sich nicht an gerichtliche Maßgaben halten und Ankommende trotz gültigen Visums weiter zurückschicken, werden im Netz als aufrechte Widerständler gepriesen. Ein Debattenbeitrag auf Alex Jones Seite „Infowars“ lobt Trumps Team: „Weiße Männer haben dieses Land seit Jahrhunderten regiert, und nur weiße Männer können es stärken.“

Einer der Architekten des Dekrets, Trump-Berater Stephen Miller, sagt: „Wenn es keine Proteste gibt, haben sie wahrscheinlich nichts getan, was von größerer Bedeutung wäre.“

Vielversprechender Neustart

Die „National Review“ schreibt: „Dies ist nicht die Zeit für Selbstzufriedenheit, sondern für einen frischen Blick auf Grenzkontrollen und Einwanderungspolitik. Das Dekret ist kein Verrat amerikanischer Werte, sondern kann ein vielversprechender Neustart sein – während wir amerikanisches Mitgefühl immer noch hochhalten.“

Weiter heißt es: „Wir wissen, dass Terroristen Flüchtlingsmassen infiltrieren. Ein kurzfristiger Bann für problematische Länder und eine Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen sind vernünftig und klug.“

„Breitbart News“ schlägt vor: Wer in Emotionen baden wolle, solle das in der „Washington Post“ tun. Das Portal sieht sich als Medium für Erwachsene mit klarem Blick. Kritik am Einreisedekret wird rundweg abgelehnt, Trumps Entscheidung sei sachlich geboten. In Leserkommentaren heißt es: „Endlich regieren Erwachsene!“ Andere sind voller Hass auf Muslime. Deren maschinelle Beseitigung sei effizienter als jedes Gesetz.

„Niemandem wird erlaubt, unsere Grenzen zu fluten“

Debbie Meiners aus Florida sagt, sie sei hingerissen, dass der Präsident Maßnahmen ergreife, das Land zu schützen. „Ich fühle mich sicherer“, sagt Dotty Rhea (68) aus Savannah (Georgia). „Sie werden jetzt wieder alle genau gecheckt. Niemandem wird erlaubt, unsere Grenzen zu fluten.“

Im Jahr 2015 suchten laut UN 65,3 Millionen Menschen Schutz vor Kriegen, Konflikten oder Verfolgung. Die USA haben im Haushaltsjahr 2016 (Oktober 2015 bis September 2016) 84 995 Flüchtlinge aufgenommen. Verglichen mit anderen Ländern sind das viel weniger, sowohl absolut als auch gemessen an der Bevölkerungsgröße.

Trumps Sprecher Sean Spicer spricht vielen Amerikanern aus der Seele, wenn er sagt: „Es ist immer noch ein Privileg, zu uns kommen zu dürfen. Wir sind das großartigste Land der Welt.“ (dpa/mcd)