Assad: Schlagkraft der syrischen Armee durch US-Angriff nicht beeinträchtigt – C-Waffenangriff zu „hundert Prozent konstruiert“

"Unsere Feuerkraft, unsere Fähigkeit, die Terroristen anzugreifen, ist durch den Angriff nicht beeinträchtigt worden", sagt der syrische Staatschef Assad in einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Damaskus.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad sieht die Schlagkraft der eigenen Armee durch den US-Luftangriff von vergangener Woche in keiner Weise beeinträchtigt. „Unsere Feuerkraft, unsere Fähigkeit, die Terroristen anzugreifen, ist durch den Angriff nicht beeinträchtigt worden“, sagte Assad in einem Exklusiv-Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Damaskus.

Die USA hatten in der Nacht zum Freitag als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff in Chan Scheichun mit dutzenden Toten einen syrischen Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Zu den bisherigen Friedensverhandlungen zu Syrien sagte er, dass Washington nicht ernsthaft an einer politischen Lösung interessiert sei.

„Die USA meinen es nicht ernst in ihrem Bemühen um eine politische Lösung“, sagte Assad. „Sie wollen den politischen Prozess nutzen, um die Terroristen zu schützen.“ Mit dem Begriff Terroristen bezog sich Assad auf alle Rebellen im Land.

Chemiewaffenangriff zu „hundert Prozent konstruiert“

Zudem sagte der syrischen Präsident, der Chemiewaffenangriff sei zu „hundert Prozent konstruiert“. Assad warf dem Westen und vor allem den USA vor, den angeblichen Chemiewaffenangriff als Vorwand für den US-Luftangriff auf die syrische Armee genutzt zu haben. Die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr.

In seinem ersten Interview nach dem US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis vor einer Woche sagte Assad mit Blick auf den mutmaßlichen Chemiewaffenangriff: „Das ist für uns zu hundert Prozent konstruiert.“ Der Westen und die USA seien „Komplizen der Terroristen“, fügte er mit Blick auf seine bewaffneten Gegner in Syrien hinzu.

Den Vorwurf westlicher Länder, dass die syrische Luftwaffe den Chemiewaffenangriff auf Chan Scheichun geflogen habe, wies er klar zurück: „Wir haben keine Chemiewaffen. (…) Vor mehreren Jahren, 2013, haben wir auf unser gesamtes Arsenal verzichtet.“ Selbst wenn Damaskus solche Chemiewaffen noch hätte, hätte es diese nie eingesetzt.

Der syrische Staatschef machte darüber hinaus deutlich, dass er nur einer unabhängigen externen Untersuchung des mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs zustimmen werde. „Wir können eine Untersuchung nur erlauben, wenn sie unabhängig ist“, sagte er. Unparteiische Länder müssten Teil einer solchen Untersuchung sein, um sicherzustellen, dass diese nicht für politische Zwecke genutzt werde. (afp)

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