Assad will in Syrien „jeden Quadratzentimeter von Terroristen befreien“

"Wir sind berechtigt, egal welche von den Terroristen kontrollierte Zone zu befreien, wie sie sich auch immer nennen. Ob sie sich Islamischer Staat nennen, ob sie sich Al-Nusra nennen, ob sie sich als gemäßigt oder als Weißhelme bezeichnen, die Namen sind uns egal," so der syrische Staatschef Baschar al-Assad.

Der syrische Staatschef Baschar al-Assad ist nach der Einnahme der Stadt Aleppo durch seine Truppen entschlossen, „jeden Quadratzentimeter“ Syriens zu befreien. Das sei die „verfassungsmäßige Mission“ der Regierung, und darüber gebe es nichts zu diskutieren, sagte er am Montag in einem Interview mit drei französischen Medien, darunter der private Radiosender RTL.

Assad hob hervor: „Wir sind berechtigt, egal welche von den Terroristen kontrollierte Zone zu befreien, wie sie sich auch immer nennen. Ob sie sich Islamischer Staat nennen, ob sie sich Al-Nusra nennen, ob sie sich als gemäßigt oder als Weißhelme bezeichnen, die Namen sind uns egal.“

Syrische Soldaten hatten mit Unterstützung der russischen Luftwaffe Ende Dezember den von bewaffneten Gruppen gehaltenen Ostteil der nördlichen Stadt Aleppo vollständig zurückerobert. Assad sagte in dem Interview, seine Regierung sei jetzt „auf dem Weg zum Sieg“.

Auf die Frage nach Damaskus zur Last gelegten Kriegsverbrechen – Folter von Gefangenen, Abwurf von Fassbomben auf Zivilisten, Beschuss von Krankenhäusern – antwortete Assad: „Wenn wir derartiges getan hätten, hätten wir keine Unterstützung gehabt, ich wäre nicht mehr Präsident, die Regierung wäre nicht mehr da.“ Deshalb habe „diese ganze Geschichte weder Hand noch Fuß“.

Seit März 2011 tobt ein blutiger Krieg in Syrien. Was in den westlichen Medien oft als Bürgerkrieg dargestellt wird, ist in Wirklichkeit ein von internationalen Mächten geführter Krieg gegen Assad und das syrische Volk. Vom Westen finanzierte Terroristen sollen – so wie in Libyen oder dem Irak – auch Syriens Regierung zu Fall bringen. Bislang ohne Erfolg.

Im Namen der „Terrorbekämpfung“ wurde Syrien nun knapp sechs Jahre bombardiert. Der Westen hat für diesen Krieg kein UN-Mandat – was die militärische Intervention in Syrien illegal macht. Seit Beginn des Krieges wurden Schätzungen zufolge 310.000 Menschen getötet, Hunderttausende befinden sich auf der Flucht. (so/afp)

Siehe auch:

Nonne: In Syrien herrscht „kein Bürgerkrieg“ – Saudi-Arabien und der Westen „unterstützen Terrorgruppen“

Historiker Daniele Ganser über den illegalen Syrien-Krieg: „Merkel betreibt Luftaufklärung für die Al-Qaida“

 

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